große Sünde begeht, ist der Vergebung unendlich näher, als wer in Lieblosigkeit eine kleine Sünde begeht. Denn Lieblosigkeit ist selber die größte Sünde, weit größer als jede, die einer in ungeordneter Liebe zu einem Geschöpf begehen kann.
Sommer
Nachdem» er« so vieles» gemacht hat, muß es ihn eigentlich ärgern, daß er etwas so Einfaches und Materielles, aber sehr Wichtiges wie das Wetter nicht machen kann. Das muß und wird er ja merken, während er sicherlich nicht merkt, daß er auch keine deutsche Kunst» machen kann, geschweige denn eine neue Weltreligion.
Es ist natürlich falsch, zu sagen, daß alles Falsche, daß nur das Falsche komisch sei, daß das Komische nur auf dem Falschen beruhe, aber es wird richtig sein, zu sagen, daß zu allem Komischen irgend etwas Falsches gehört.
Die Deutschen haben sich etwas verändert. Das Unzulängliche zwar liebten sie immer, aber doch auch das Unzugängliche in der Weise seiner Darstellung. Das ist anders geworden: das Unzulängliche wird in der zugänglichsten Form gelehrt und angenommen. Das ist natürlich nur vorübergehend so, denn Hegel gehört zum» ewig Deut schen «, es wird sich immer wieder einer finden. Es ist heute einer da. Heidegger hat Pech, daß er gerade in dieses Intermezzo fiel.
Ich habe in diesen Blättern schon einmal beklagt, daß die Philologen so viel wissen, so viel Talent
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