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Tag- und Nachtbücher : 1939 - 1945 / Theodor Haecker ; mit einem Vorwort herausgegeben von Heinrich Wild
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der Mensch gewordene ewige Sohn nicht am Kreuze geopfert worden wäre. Auf den Spuren dieser göttlichen Liebe nicht der Tragik- ist der Mensch, der so etwas erfährt wie: das Bes­sere ist der Feind des Guten.

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Der deutsche Idealismus ist eine preußische Sache in Kant und Fichte. Schelling gehört nicht dazu; er ist ein spontan spekulativer Kopf und ein Gnostiker. Auch Hegel ist ursprünglich ein gro­Ber spekulativer Geist, aber dann, wie später viele süddeutsche Geister, preußisch infiziert und ver­dorben. Der preußische Idealismus hat den deut­schen Menschen das fleischerne Herz genommen und ihnen dafür ein eisernes und papierenes ge­geben. Das deutsche Herz ist nun ein einiger Stoff aus Eisen und Papier, aus Tat und Phrase. Das ist die eigentliche» Unmenschlichkeit des Deut­ schen als preußischen Produktes.

Die Verbindung der Pflicht mit der Phrase ist die eigentliche Entmenschung des Menschen. Sie ist aber eine preußisch- deutsche Eigentümlichkeit und Erfindung. Sie ist doppelsinnig: es tut einer seine Pflicht für eine Phrase, oder: seine Pflicht selber wird zur Phrase. Beides geschieht heute. Aber es ist immer noch genug gesunder Instinkt in allen fünf Weltteilen, der sich mit Händen und Füßen gegen dieses Unmenschliche wehrt. Schon das Wort Friedrichs II. vom Diener des Staates war eine Phrase. Er war sehr viel aufrichtiger und wahrer, als er gestand, daß er aus Eitelkeit und Ruhmsucht in Schlesien eingefallen sei. So­viel an Preußen liegt, ist es nahezu imstande, einem den Begriff der Pflicht schlechthin verhaft

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