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Tag- und Nachtbücher : 1939 - 1945 / Theodor Haecker ; mit einem Vorwort herausgegeben von Heinrich Wild
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Arbeit endlos, Jahrhunderte fortsetzen, dann ist er in der Hölle. Ich spreche natürlich von einem Satiriker, der ein echter Mensch ist. Karl Kraus sagte mir einmal: es muß ein Ende sein; er schrieb es, glaub' ich, auch irgendwo. Und er meinte es ernst. Ich glaube, er wollte nicht die Unsterblich­keit der Seele des christlichen Glaubens. Daher meine Angst vor der Satire, für die ich nicht ohne Begabung war und, was gefährlicher ist, nicht ohne Lust daran und stolz darauf.

Die Einmaligkeit und natürliche Auserwähltheit der Griechen zeigt sich auch darin, daß es in der theoretischen Philosophie immer Platoniker und Aristoteliker, in der praktischen immer Stoiker und Epikureer geben wird, denn Geisteshaltungen des Menschen sind damit verkörpert, die es im­mer, zu jeder Zeit gibt und geben wird, auch un­ter den Christen. Dagegen wird es nicht immer Cartesianer geben oder Kantianer oder Hegelianer oder gar Schopenhauerianer und Nietzscheaner. Sie haben ihren Ruhm dahin.

13. Mai

Gott wird denen den Sieg geben, die seinem Ziele, welches das Reich Gottes ist, jetzt und vor allem in der Zukunft am besten dienen können. Wer das ist, weiß vorher nur Gott und die, denen er es sagen will. Wer weiß, vielleicht entscheidet sich Gott für jenes Reich, das den Märtyrer in sei­ner sichtbaren, ursprünglichen Gestalt wieder her­vortreten läßt. Das würden aber nicht die Demo­kratien sein. Wir wissen nichts. Am Anfang ihres Bestandes wurde die Kirche in ein Reich gestellt, das Märtyrer schaffte. Ob die Deutschen als Apo­

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