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Tag- und Nachtbücher : 1939 - 1945 / Theodor Haecker ; mit einem Vorwort herausgegeben von Heinrich Wild
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Pfingsten, 12. Mai

Das Schicksal und damit die Aufgabe des christ­lichen Deutschen ist ohne Beispiel, an das er sich halten könnte, ja sogar ohne jede auch noch so entfernte Analogie, die ihm, wenn auch auf an­derer Ebene, ein Leitfaden sein könnte. Er ist allein! Alles, was er fühlt, denkt und tut, hat Fragezeichen, ob es auch richtig sei. Die Führung Deutschlands ist heute, darüber ist nicht der ge­ringste Zweifel, also auch keine Ausrede möglich, dezidiert antichristlich- sie haßt Christus, den sie gar nicht mehr nennt. Wir führen Krieg gegen Völker und Staaten, die, wenn auch oft nur euphe­mistisch christlich, in gar keinem Fall aber dezi­diert antichristlich genannt werden können. Des­halb ist es, man kann sich dieser Feststellung nicht entziehen, über alle gerechten Machtkämpfe hinaus es ist ein Religionskrieg. Diesen Krieg führen wir Deutsche auf der falschen Seite! Wir führen ihn zu einem sehr großen Teil als willige, zu einem kleineren Teil als unwillige Sklaven einer apostatischen, durch Leidenschaften der Ver­zweiflung starken Regierung und ihrer verächt­lichen Subjekte, wir alle als Sklaven ehrloser Sklaven ruimus in servitium[ wir stürzen in die Sklaverei]. Es war von Anfang an der immer wieder gelingende Trick dieser zur Plage Europas geschickten Unmenschen, die eigenen Interessen ihrer niedrig triebhaften und gierigen, intellektuell in dem denaturierten Spiritus der Halbbildung entseelten Natur mehr oder weniger durch eine beispiellose Kunst der Lüge zu verbinden mit wahren und gerechten Wünschen und Ansprüchen des deutschen Volkes. Heute ist die Klimax die­ser höllischen Kunst erreicht. Wer liebt nicht von

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