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25. Februar

Die deutsche Herrgott- Religion- so wollen wir sie nennen nach der gestrigen Rede- beginnt sich abzuzeichnen, verschwommen natürlich, denn das ist sie ja selber. Sie hat zweifellos etwas Ahn­lichkeit mit dem Mohammedanismus, indem sie zur Not noch monotheistisch ist, aber vollkom­men antitrinitarisch. Sie ist viel weniger universal als der Islam, erhebt gar keinen Anspruch darauf, kann ihn gar nicht erheben, dagegen ist sie» fana­tisch«, wie Derwische sein sollen, hinwiederum aber phantasielos und preußisch trocken:» Fanatische Pflichterfüllung« das Ideal, das fürchterlichste und abscheulichste, das die Menschheit je gesehen hat. Die deutsche» Herrgott- Religion« geht in ihren Prinzipien weit über die englische» Plutokraten­Religion« hinaus. Wenn für diese Reichtum ein untrügliches Kennzeichen der Liebe Gottes sein soll, so gilt für die deutsche Herrgott- Religion das Gelingen eines Betruges, eines Verrates, das Gelingen von Mord und Gewalttat als Beweis des Segens des deutschen Herrgotts. Das Gelingen allein macht jede Tat oder Untat zur gesegneten. » An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.<< Die­sem Satz Christi wird in der deutschen Herrgott­Religion ein anderer Sinn gegeben. Nicht der Baum ist gut, der gute Frucht trägt, und der Baum schlecht, der schlechte Frucht bringt, son­dern gut ist der Baum, der Früchte überhaupt trägt, einerlei, ob gute oder schlechte, und schlecht ist der Baum, der keine Früchte trägt-wozu eben auch die nur dem Himmel sichtbaren gehören, die ein Anhänger der deutschen Herrgott- Religion nicht sieht und nicht sehen kann.

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