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Knast : Schatten und Gestalten einer Leidenszeit / von Johannes Berbig
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tot bist, dann hast du auch noch was von der Amnestie. Aber verlaẞ dich nicht zu sehr dadrauf. Bis dahin passiert noch viel!"

Man sieht: Manchmal regte sich der Zweifel am Endsiege so­gar im verschüttetsten Gemüte...

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In diesem Zuchthause starben monatlich von hundert Ge­fangenen acht an Tuberkulose. Man rechne sich aus, wie hoch die Erlebenschance für einen armen Teufel ist, der zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt ist. Dies war, nebenbei be­merkt, die Normalernte des Todes. In der Zeit von Januar bis April 1945 starben von dreihundert Insassen des Hauses einhundertsechsundfünfzig! Diese hohe Tuberkulosequote war nicht etwa in einer besonders ungesunden Luft zu suchen. Schuld daran war vielmehr, daß hier alle diejenigen eingelie­fert wurden, die in den umliegenden Lagern zur Arbeit nicht mehr verwendbar waren und dort gab man sie nicht eher

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ab, als bis sie auf dem letzten Loche pfiffen...

Das Zuchthaus hatte drei Särge. Mehr als drei durften also zu gleicher Zeit nicht auf ihre Beerdigung warten. Wer sich über diese Zahl hinaus in die Reihe der Toten drängelte, der mußte ohne Sarg warten, bis die Reihe an ihn kam. Das war im heißen Sommer eine äußerst undankbare Aufgabe. Aber das kam nur dann vor, wenn die Post nicht funktionierte, und der Tote auf den Bescheid wartete, ob seine Ange­hörigen ihn zur Bestattung reklamierten oder nicht. Meist taten sie das...

Der Hauptwachtmeister, der das, Lazarett' unter sich hatte, hieẞ Nötzold. Er war ein Mann, der längst jenseits der Pen­sionsgrenze stand, ein Mann zugleich, der den letzten Rest von Gemüt diesseits dieser Grenze verbraucht hatte. Er war einfach ein Scheusal!

Diese Szene etwa spielte sich ab:

Die Angehörigen eines Verstorbenen betreten in Trauer­kleidung das Haus. Manchmal von weit her; etwa aus der Tschechei, von woher sie ein Telegramm gerufen hat. Dann also führt Nötzold sie ins Spritzenhaus und sagt mit öliger, Stimme:

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