nischen Formen dieser Krieg noch annehmen wird. Das Ar gument des Herrn Goebbels , daß die Geschichte im Falle einer deutschen Niederlage ihren Sinn verlieren würde, wird glücklicherweise von vielen als vollgültiger Beweis für den sicheren Sieg hingenommen und das entlastet manchmal sogar meine Entscheidungen."
*
Acht Tage später kam der Meister abermals mit geheimnisvoller Miene in die Bibliothek.
-
-
,, Die Gestapo aus Berlin is da- wegen dem Attentat", sagte er, und dazu blickte er mich so sonderbar an, daß ich plötz lich wußte: Olbricht hat also meine Briefe nicht verbrannt! Wenige Minuten später wurde ich zum Direktor geholt. In dem großen sonnigen Raume saßen neben Witte zwei Herren in Zivil, die eigentlich gar nicht so aussahen, als seien sie von der Gestapo .
,, Die Herren möchten ein paar Fragen an Sie richten", sagte Witte geschäftsmäßig. ,, Von der Beantwortung dieser Fragen hängt viel ab. Ueberlegen Sie sich also genau, was Sie sagen."
"
, Bitte, nehmen Sie Platz", sagte der Aeltere der beiden mit einladender Handbewegung. Ich zog einen Stuhl heran und setzte mich an die Schmalseite des langen Konferenztisches. Witte hatte wohl erwartet, daß ich dieser Aufforderung als demütiger Zuchthausgefangener nicht entsprechen und stehenbleiben werde. Nun ich äußerlich meine völlige Unbefangenheit betonte, schien er aufzuatmen.
"'
, Sie haben mit General Olbricht in Briefwechsel gestanden. Haben Sie außer den Briefen, die sich auf das Vorwort zu Ihrem Buche beziehen, weitere Briefe gewechselt?"
,, Nein."
"
Nicht näher."
Aber Sie kennen ihn von Ansehen?"
,, Ich war mehrfach anwesend zu Vortragsabenden, in denen Goerdeler als Preiskommissar über aktuelle Tagesfragen sprach. Aber ich bin ihm nie persönlich nähergetreten."
,, Ist Ihnen bekannt, daß sich Herr Goerdeler der Politik des Führers feindselig entgegenstellte?"
220


