Kohlrübensuppe und Kartoffeln in der Schale von bereits bekannter Qualität. Die Kartoffeln mußten mangels eines Messers mit Löffelstiel geschält werden, was für den Neuling im Fache eine immerhin zeitraubende Angelegenheit ist.
Die Halle füllte sich in dieser Stunde mehr und mehr mit ,, Transport". Alles, was vom Polizeigefängnis ins Untersuchungsgefängnis überführt werden soll, sammelt sich in der Halle. Etwa achtzehn Menschen waren es, die zuletzt in zwei Reihen an der Wand standen, des Zeitpunktes harrend, in dem sie in die beiden grünen Wagen gepackt werden würden. Auch ein paar Mädchen waren unter ihnen.
Im Wagen saß neben mir ein„, Erfahrener", einer, der diese Fahrt nicht zum ersten Male mitmachte. Als das Auto anfuhr, riß er mit hastiger Bewegung eine Zigarette aus der Tasche, setzte sie in Brand und bot zugleich den andern Zigaretten an. Gierige Hände griffen zu.
,, Ihr müßt aufpassen, wenn ihr drüben gefilzt werdet", bemerkte er dazu in belehrendem Tone, ,, das ist unten im Badee raum. Da is ein Kalfaktor, der hat bloß drei Finger an der linken Hand. Macht dort die Badesache. Der is nich so. Aber laẞt euch von dem nich schieben! Wenn ihr dem ein paar Stäbchen abgebt, läßt er euch auch Streichhölzer, und das is die Hauptsache. Stäbchen kriegt man auch rein."
,, Untersuchungsgefangene dürfen rauchen", sagte einer aus dem Dunkel heraus.
,, Das war einmal, mein Lieber! Nicht rauchen, nicht priemen! Arbeitszwang. Du mußt Tüten kleben auch als Untersucher. Brauchst dich ja nich totzumachen dabei. Der Meister is verständig. Du mußt bloß so tun als ob du muddelst. Aber sonst Vorsicht. Unter den Wachtmeistern gibt's ein paar ganz gefährliche Kerle."
,, Man darf sich doch was zu essen reinbringen lassen?" fragte ein anderer.
,, War auch einmal. Alles abgeschafft vom Herrn Generalstaatsanwalt in Dresden. Wink von Berlin . Genügt natürlich für diese dressierten Hunde. Untersucher werden genau wie Strafgefangene behandelt. Aber wenn du dich mit den Leuten stellst, kommst du hin."
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