, Vergessen Sie nichts, was Ihnen gehört", sagte er grob. ,, Die Bücher." Er wies auf die zwei schmalen Bändchen, die auf dem Tische lagen. Ich steckte sie mit einer hastigen Bewegung in die Manteltasche. ,, Natürlich! Die Hauptsache hätte unsere neue Nummer bald vergessen!" Aus seiner Stimme klang offener Hohn.
Ich reichte den Freunden die Hand. Beim Zurücktreten streifte ich den Mantel des zweiten Kriminalbeamten leicht mit meiner Aktentasche.
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,, Mann woll'n Sie mich etwa hier anrempeln? Machen Sie mich nich ärgerlich, sonst können Sie was erleben!" knurrte der Gestapomann. Ich verstand den tieferen Sinn dieser brutalen Drohung noch immer nicht weil ich überhaupt nicht recht verstand, was eigentlich vor sich ging. Nur das eine wußte ich blitzartig: Bis zum Kriegsende wirst du in der Gewalt dieser Bande bleiben!
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Mit einem Begleiter zur Rechten und zur Linken trat ich ins Freie. Hell schien die Mittagssonne des milden Dezembertages. Auf dem Platze vor dem Museum spielten Jungen ein lärmendes Ballspiel. Sammler klapperten mit ihren Büchsen. ., Haben Sie soviel Geld bei sich, die Elektrische zu bezahlen?" fragte einer der Begleiter.
Ich antwortete nicht, sondern stieg wortlos in die eben haltende Straßenbahn ein, die in der Richtung des Polizeipräsidiums fuhr. Drei Haltestellen weiter stiegen wir aus.
Oh- la- la!- Nur jetzt keinen Selbstmordversuch! Dazu ist später auch noch Zeit!" rief plötzlich der jüngere der beiden und packte mich mit scharfem Griff am Arme. Die entgegenkommende Straßenbahn donnerte vorüber. Beinahe wäre ich hineingelaufen. Dann gingen wir die wenigen Schritte bis zum Präsidium in der Wächterstraße. Wir blieben im Erdgeschoß, wo am Ende eines langen, düstern Ganges die Geschäftszimmer lagen.
,, Hier warten Sie!"
Die beiden verschwanden hinter einer Tür. Menschen gingen und kamen, ohne meiner zu achten. Jetzt könnte ich fliehen! dachte ich. Aber zugleich kam mir zum Bewußtsein, daß ich gar nicht mehr recht wußte, wo der Ausgang eigentlich war.
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