Sie tuscheln miteinander, und Harms weist auf Kreibel. Der Kommandant ist in den Wintermonaten fett geworden. Die braune Wildlederuniform sitzt prall an seinem mächtigen Leib. Über den Uniformkragen quellen Doppelkinn und Nacken. ,, Na, Kreibel, willst du zu Muttern?"

,, Jawohl, Herr Kommandant."

,, Ich entlasse dich gerne, aber ich möchte dich nicht wieder als Zugang begrüßen. Das würde für dich bitter aussehen."

Kreibel erwidert nichts; er sieht in das volle, zufriedene Ge­sicht und muß daran denken, daß dieser Mensch mit dem Re­volver in der Hand dabei stand, als er ausgepeitscht wurde. Da­mals jedoch hatte er noch forsch, soldatisch ausgesehen.

,, Ich gebe dir den Rat, vergif, was hinter dir liegt. Darin besteht die höhere Kunst des Lebens, daß man sich nur an das Gute er­innert und das Schlechte vergift. Wahre deine Zunge, wir lassen nicht mit uns spaßen. Dies war eine Zeit der Prüfung. Du wirst dich jetzt entscheiden müssen. Denke stets daran, daß wir um jeden Volksgenossen ringen; auch um den, den wir einmal scharf anzupacken uns gezwungen sehen. Und nun geh!"

Wachtmeister Harden begleitet die vier Entlassenen über den Gefängnishof. Der Kommandant und der Sturmführer folgen. Das große, schwere Tor wird geöffnet.

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