,, Hoffentlich sehen wir uns hier drinnen nicht wieder!"
,, Nein, Herr Heildiener."
Brettschneider tritt ganz dicht an Kreibel heran und flüstert ihm zu: ,, Sei besonders in den ersten Wochen vorsichtig. Man wird dich scharf beobachten."
Kreibel schließt einmal schnell die Augen und nickt.
Nachdenklich geht der Heildiener den langen Korridor entlang. Und ich bin immer noch Gefangener, denkt er. Ich kann diesen Kittel nicht ablegen. Das braune Hemd sitzt uns fester am Leib wie denen der Zuchthauskittel.
Eine halbe Stunde später steht Walter Kreibel mit drei anderen Gefangenen vor dem Zimmer der Kommandantur. In der Effektenkammer hat jeder die Anstaltssachen abgegeben und seine eigenen Sachen ausgehändigt bekommen. Nun werden die letzten Formalitäten erledigt.
Riedel bringt Kreibel einen Füllfederhalter, der ihm in der Einzelhaft abgenommen worden war. Dabei sagt er zu den Entlassenen:
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Ihr braucht nicht mehr strammzustehen, macht es euch bequem. Wer nicht mehr stehen kann, darf sich an die Wand lehnen." Keiner der vier Gefangenen macht von dieser Aufforderung Gebrauch.
Sturmführer Harms kommt aus seinem Zimmer und betrachtet die vier neben ihren Kartons wartenden Gefangenen. Er tippt Kreibel auf die Schulter und fragt:
,, Du bist doch mißhandelt worden, nicht wahr?"
,, Nein, Herr Sturmführer."
,, Aber du warst doch in Dunkelhaft?"
,, Nein, Herr Sturmführer."
Schmunzelnd geht Harms in das Zimmer des Kommandanten. Mit dem Kommandanten zusammen kommt er wieder heraus.
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