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sagen kann, was ich möchte. Er sucht mit den Blicken Fritz Jahnke. Der steht in der hinteren Reihe und sieht über die Schultern der Genossen zu ihm. Hingehen möchte er, ihn um- armen, aber er bringt nicht die Kraft auf. Er blickt in das gelb- liche, hagere Gesicht, in dem die Lippen zucken, und kann nur noch stammeln:Genossen... ich... wir alle... draußen...

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werden euch nie vergessen... nie... Lühring steht an der Tür und öffnet. Fertig?"

Jawohl! Kreibel dreht sich zu den Gefangenen um, ruft:Lebt wohl, Genossen! und verläßt den Saal.

Das ‚Genossen hättst dir schenken können! knurrt Lühring. Geh die Treppe hinunter und melde dich bei der Zentrale!

‚Kreibel geht den Korridor entlang nach der Treppe. Lühring

ruft ihm noch ironisch nach:Auf Wiedersehen, Genosse! Hinter sich hört Kreibel das Lachen des Wachtmeisters.

In der Zentrale verrichtet Wachtmeister Otten den Dienst. Er sitzt an einem kleinen Tisch, auf dem nur Telephon und ein Tintenfaß stehen und macht auf einem weißen Bogen hinter Namen Kreuze. Er dreht sich halb um.

Na, Kreibel, willst du nach Hause?

Jawohl, Herr Wachtmeister.

Stell dich dort an die Wand... Nein, nicht mit dem Gesicht zur Wand; stell dich nur ordentlich hin.

Kreibel kann den ganzen Gefängnisflügel übersehen. Drei Stock- werke: Zelle neben Zelle. Im Erdgeschoß streichen Gefangene in grauen Kitteln die Wände. Die Decken sind geweißt, die

Gänge liegen voller Kalk und Schmutz.

Otten, was ist mit Kreibel?-

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