,, Das kommt nur daher", meint ein anderer ,,, weil du noch von Schönfelder verhaftet worden bist. Du hast dich ja nicht gegen das Dritte Reich vergangen."

,, Famos." Welsen gibt Kreibel einen freundschaftlichen Stoß in den Rücken. Und so, daß nur Kreibel und Schneemann es hören können, flüstert er:" Hier drinnen ist ein Kommunist wenig, draußen aber ist er viel wert."

,, Walter!" schreit der kleine, kahlköpfige Siebel aufgeregt ,,, ich packe deine Sachen zusammen."

Er macht sich auch sogleich daran, schiebt den Pappkarton her­vor, holt das Privatzeug heraus und nimmt aus Kreibels Fach Rasierzeug, Zahnbürste und Pasta.

,, Alles... alles, was ich habe, bleibt auf dem Saal." Das sind die ersten Worte, die Kreibel hervorwürgt.

Elgenhagen nimmt Kreibel beiseite.

,, Willst du zu meiner Frau raufgehen?"

,, Selbstverständlich, Heinrich!"

,, Erzähle ihr, was sich hier so tut, und sage ihr, Fritz Wolf muẞ benachrichtigt werden. Es steht schlecht um ihn. Ernst Dresel hat ausgepackt; Wolf muß verschwinden. Wirst du es behalten?" ,, Behalten werde ich es schon. Es scheint mir aber eine heikle Sache zu sein. Deine Frau ist gut?"

,, Vor der brauchst du keine Angst zu haben." ,, Und du wohnst?"

,, Marschnerstraße 17, zweiter Stock."

,, Werde es erledigen."

Die Gefangenen umstehen wieder Kreibel und betrachten ihn, als sähen sie ihn zum erstenmal. Sie sehen ihn zum letztenmal. In einigen Minuten wird er hinausgehen. Dann wird sich das Lagertor hinter ihm schließen, und er wird draußen in der Welt stehen und frei sein. Wird nach Hause fahren. Zu seiner Frau.

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