So frag schon, lenkt Kreibel versöhnlicher ein. Das ist nämlich so, weißt du, wieder neigt sich Borgers ganz nahe an Kreibels Ohr.Ihr opfert euch für den Kommunismus, nicht wahr. Viele wissen genau, daß sie mit dem sicheren Tod rechnen müssen, nicht wahr? Und sie tuns doch. Da will ich dich nun ganz geheim fragen, warum noch keiner von euch ver-

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sucht hat, den Hitler oder den Göring ..., er dämpft seine Stimme noch mehr,über den Haufen zu schießen. Weg mit - diesen Bluthunden. Dann ist die Bahn für den Kommunismus frei.

Was meinst du?

Kreibel blickt lange in das kleine, vogelartige Gesicht, in die winzigen, zusammengekniffenen Augen. Nimm dich in acht, warnt etwas in ihm. Hüte dich vor diesem Menschen. Kreibel fühlt den warmen Hauch des Fragers, der sein Gesicht noch immer dicht an seines hält... Er zieht sich etwas zurück und antwortet ruhig, leise, aber nicht flüsternd: Über solche Dinge rede ich nicht. Übrigens: die Kommunisten lehnen Attentate ab. Damit wird an den politischen und wirt- schaftlichen Zuständen nichts geändert.

Aber in Rußland wurden doch früher Attentate organisiert? Und schließlich, als die Zeit so weit war, haben sie alles um- gestülpt.

Ich wiederhole, ich kann darüber nicht reden. Aber auch in Rußland organisierten die Marxisten keine Attentate. Wir wollen nicht den Einzelkampf, sondern.den Massenkampf der ganzen Arbeiterklasse organisieren.

Aber man kann doch nicht leugnen... Also Schluß, unterbricht ihn Kreibel.Ich will weiter nichts von der Sache hören.

Lautlos geht Borgers. Kreibel blickt ihm, ohne den Kopf zu

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