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,, Komm her, Mutters Liebling!" Der Gefangene stürzt zu ihm hin. ,, Mach den Scheißhausdeckel hoch!"
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Was...?"
,, Scheißhausdeckel hochnehmen!"
Der Gefangene hebt, sprachloses Entsetzen in den Augen, den Deckel vom Abort.
Otten nimmt die Briefe und reißt sie mittendurch.
,, Herr... Herr Wachtmeister... meine Briefe!"
Die vier Teile reißt Otten noch einmal mittendurch und blickt dabei aufmerksam in das entsetzte, aufgerissene Gesicht vor ihm. Die Papierfetzen flattern ins Klosett.
„ Ziehen!"
Der Gefangene steht unbeweglich da; blickt bald auf den Wachtmeister, bald auf die Briefreste im Klosett.
,, Los! Ziehen!"
Der Gefangene rührt sich nicht.
,, Du sollst ziehen!... Ziehen sollst du!..."
Otten schreit und tobt. Der junge Hansen mit dem zarten, bleichen Gesicht starrt ihn nur an.
Da stößt Otten ihn zur Seite und zieht selber den Hebel zum Spülkasten. Dabei sieht er ins Klosett, ob auch alle Papierstücke verschwinden.
,, Na, flenn doch! Flenn doch, du Muttersöhnchen!" höhnt er und wirft die Tür hinter sich und Nuẞbeck zu.
Kreibel hört die gleichmäßigen Schritte des Postens unter seinem Fenster. Er hört den Schnee unter den Stiefeln knirschen. Und drinnen, im Gefängnis, draußen, hinter der Mauer, kein Laut. Die Tage schleichen dahin. Ihre Ruhe ist unerträglich, ist tötend. Gut, daß es nur einmal im Jahr Weihnachten gibt.
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