tümlicherweise für Lenzer gehalten und auf Station A 1 angerufen worden. Er hat diesen Bestellzettel bei sich gehabt, den wollte er Wachtmeister Lenzer übergeben!"
Harms überreicht dem Kommandanten den kleinen, zerknitterten Zettel. Der wirft einen kurzen Blick darauf und legt ihn auf seinen Schreibtisch. Er fragt:" Und weiter?"
,, Das ist der Tatbestand, Herr Kommandant!"
Eine ganze Weile sagt der Kommandant gar nichts, dann schreit er plötzlich: ,, Schweinerei! Eine Riesenschweinerei!"
Er blickt Dusenschön vorwurfsvoll an.
Wie ist so etwas bloß möglich? Aber ich habe Ähnliches längst erwartet... Oberscharführer, Sie machen mir einen schriftlichen Bericht zur Weitergabe. Bis dahin, Mund halten. Vor uns liegt die Wahl; mir erscheint es nicht ratsam, vor der Wahl Unruhe unter die Leute zu bringen... Verstanden?"
,, Jawohl, Herr Kommandant!"
,, Sie können gehen!"
Harms schlägt die Hacken zusammen, macht eine exakte Kehrtwendung und verläßt das Zimmer.
,, Sie haben nie etwas bemerkt?" fragt der Kommandant den Sturmführer.
,, Nein, Herr Kommandant!"
Dusenschön schlägt das Herz bis zum Halse. Er fühlt, wie ihm das Blut in den Kopf schießt. Was hat der Kommandant? Warum macht er ihn für alles verantwortlich? Was soll dieser vorwurfsvolle Ton?
,, Herr Kommandant, solche Verrätereien hat es immer gegeben, früher noch mehr als heute!"
,, Sind Sie von Sinnen, Sturmführer?" Der Kommandant schnaubt Dusenschön wütend an. ,, Früher waren wir die Schutzformation einer Partei; heute sind wir die Schutztruppe des Staates. Es gibt
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