Harms hat lange herumgeschnüffelt, bis er herausspioniert hat, wann der Sturmführer beim Kommandanten ist. Es beiden auf einmal mitzuteilen, scheint ihm die glücklichste Lösung zu sein. ,, Herr Kommandant, ich habe herausbekommen, daß der SSMarinesturm- Mann, Wachtmeister Robert Lenzer, mit der Kom
mune zusammenarbeitet!"
Harms macht eine Pause, um die Wirkung seiner Worte abzuwarten. Der Kommandant blickt den Sturmführer an und dann den Oberscharführer. Er ist gar nicht sonderlich erstaunt; er denkt: dieser Oberscharführer gefällt mir. Nettes Gesicht. Hat allem Anschein nach Bildung. Scheint aus gutem Hause.
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Wa- as?" stößt Dusenschön zweifelnd hervor.„ Der Lenzer? Der Robert Lenzer? Wissen Sie das genau?"
Der Sturmführer ist doch eigentlich, wenn man ihn recht betrachtet, ein Tolpatsch, denkt der Kommandant weiter und betrachtet ihn, er ist plump und ungeschickt. Der könnte heute nicht mehr Sturmführer werden. Die Zeit, wo derartige Typen Karriere machten, ist vorbei. Was kann er eigentlich? Er hat keinen Sinn für das im Augenblick Notwendige, keine Beweglichkeit; bis zum heutigen Tag ist er der sture Sturmabteilungsmann geblieben, ohne Verständnis für die sich ständig ändernden politischen Situationen.
Dusenschön wundert sich, daß den Kommandanten die Angelegenheit mit Lenzer nicht aufzuregen scheint, er tritt einige Schritte vor und fragt:
,, Gestatten Sie, Herr Kommandant, daß der Oberscharführer die Beweise seiner Behauptungen vorträgt?"
,, Ja, natürlich! Erzählen Sie, Harms!"
,, Durch den Kalfaktor auf meiner Station habe ich erfahren, daß der Wachtmeister Lenzer täglich Rauchwaren, aber auch andere Sachen, ins Lager schmuggelt. Ich bin von dem Kalfaktor irr
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