also richtig vernehmen? Was sie sich davon wohl versprechen? Hoffentlich hält Tetzlin dicht...
Ach, er befindet sich noch in diesem Holzkasten, aber er fühlt sich doch gleich bedeutend wohler. Und nun weiß er erst, daß ihm die Angst vor Mißhandlungen im Blut gesteckt hat. Lachhaft, der Käfig ist plötzlich gar nicht mehr so eng. Man kann zur Abwechslung aufstehen und sogar die Arme nach oben recken. Selbst wenn er die Nacht hier verbringen müßte, na, wenn schon. Vielleicht würde ihm der Wärter noch einmal etwas zuflüstern. Gut wäre es, wenn er Tetzlin eine Nachricht übermitteln könnte. Der Chef der Staatspolizei persönlich. Großartig! Möglicherweise kommt er um Mißhandlungen herum. Schließlich, er ist doch auch nicht mehr der Jüngste. Also mal wieder, trotz allem, Glück gehabt.
Und Stunde um Stunde verrinnt. Es mag kurz vor Mitternacht sein, da kommt es den Nebengang heruntergepoltert. Torsten starrt gespannt horchend in die Dunkelheit. Eine Klingel schrillt durch den Korridor. Sie kommen. Der Wärter öffnet die schwere Tür. Torsten hört deutlich seinen Namen. Es dröhnt in den Gewölben vom Schritt eisenbeschlagener Stiefel. Die Tür der Boxe wird geöffnet. Torsten blinzelt geblendet ins gelbe Korridorlicht und erhebt sich. Neben dem Wärter stehen drei Männer in SSUniform. Der eine nestelt an seinem Gurt und zieht den Revolver. Treten Sie heraus!"
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Interessiert mustern die SS - Leute den Gefangenen. Sie scheinen überrascht zu sein. Er tritt mit stolzer Haltung aus dem dunklen Kasten und sieht den SS - Leuten fest und gerade ins Gesicht.
Torsten wird den Weg geführt, den Miesicke vor einigen Stunden ging. Zwei SS- Wachtmeister nehmen ihn in die Mitte, der dritte geht, den Revolver in der Hand, hinterher. Sie sprechen kein
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