englisch miteinander. Der Russe ging ans Telephon. Yorck dämmerte auf einem Sitz dahin, bis ein Unter- offizier ihn in die zweite Stellung brachte. Nach kurzem Verhör wies man ihm einen Platz zu.
Die nächsten Tage vergingen mit Fahrt und Aufent- halt. York fühlte sich befreit und ermüdet, eine merk- würdige Schlafsucht war in ihm. Mitten im Gespräch vergingen vor ihm die Gesichter, aber manchmal war er ganz wach, zitternd vor Erregung, als sollte sich ihm nun ein großes Geheimnis erschließen.
Das ungeheure Land glitt an ihm vorbei mit holpern- den, staubbedeckten Straßen. Niedergebrannte Kol- lektivwirtschaften lagen am Wege. In den weißgelben Feldern ratterten die Mähdrescher. Ein nicht abreißen- der Strom von Panzern, Geschützen, Pontons flutete westwärts an ihnen vorüber. An den Dorfstraßen. standen winkende Kinder. Durch zerstörte Städte fuh- ren sie, Yorck zwischen Schlaf und Wachen, bis er eines Nachmittags, aus schwerem Traum hochfahrend, das Wort„Moskwa‘ vernahm.
York sah Straßen und Gebäude, die ihm von Abbil- dungen her wohlbekannt waren. In seine Benommen- heit hefteten sich Bilder: Kopftücher in einer Gruppe von Frauen, der Eingang zu einer Station der Unter- grundbahn, die Schlote eines Kraftwerks, die Rubin- sterne auf den Türmen des Kreml , den er aus dem vorüberfliegenden Wagen erblickte. Er hatte seit lan- gem keine so bewegte Stadt gesehen und erinnerte sich mit zornigem Lächeln der Zeitungsberichte, die behauptet hatten, die feindliche Hauptstadt sei durch die deutschen Flieger völlig zerstört worden. In einem Zimmer stand er dem General gegenüber, dessen
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