hervor, um gleich wieder in der Schwärze zu verschwinden. Einige Panzer klirrten an ihnen vorbei, von einer Ambulanz gefolgt. In der Ferne hämmerten MGs ( wie Spechte, mußte Yorck denken). Weit vorn stampfte russische Artillerie. Ab und zu erschien über fernen Baumwipfeln, die in der Nacht versanken, der Widerschein von Leuchtkugeln.
Sie bogen von der Straße ab, fuhren über holprige Wege. Einmal sah Yorck in der Schwärze Geschützrohre, hörte im Wind den gedehnten Schrei: ,, Battriee!" und zuckte gleich darauf unter dem Schlag der Abschüsse zusammen. Dann verließen sie den Wagen, Yorck verabschiedete sich von seinen Begleitern und tastete sich, vom Unteroffizier begleitet, das Ufer hinab. Im Dunkel fanden sie das Boot, stießen ab und hörten nach wenigen Minuten den Kiel auf Sand knirschen. Der Unteroffizier flüsterte Yorck einige Worte zu und verschwand mit seinem Boot. Yorck lauschte auf die schwachen Ruderschläge, stolperte hangaufwärts, glitt im nassen Lehm aus und stieß die Schulter an einem niederen Baum. Auf dem Kamm des Hügels stand er kurze Zeit still, ein starker Wind kam in Stößen aus dem Unbekannten und kühlte seine feuchte Stirn. Wie ein Schlafwandler schritt er in die Nacht hinein. Er achtete nicht auf den Weg und erstarrte erst, als er einen Anruf aus dem Dunkel vor sich vernahm: ,, Stoj!" Ein gedrungener Mann mit einer Maschinenpistole im Arm schritt auf ihn zu. ,, Kommandant!" sagte Yorck. Er mußte plötzlich lächeln.
Im Unterstand empfing ihn der Diensthabende. An der lehmverschmierten Uniform sah Yorck im Kerzenlicht eine Reihe von Auszeichnungen. Sie sprachen
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