einer das natürlich fand. Ich habe sie sprechen hören. Still, hör zu...“
Der Freiherr stand auf, ging zum Apparat hinüber und suchte eine Station. Der Empfänger rauschte, dann kam plötzlich schwach und deutlich das Zeichen des Senders. Der Gott, der Eisen wachsen ließ. Yorck sah die Schule vor sich. Der wollte keine Knechte. Knechte... Man muß nachdenken. In Blut müssen wir waten bis an die Knöchel, um mit dem Denken zu beginnen.
,, Sie stören wieder." Aus dem Apparat drang Krachen und Heulen. Der Freiherr stellte ab und kam zurück. ,, Verzeih. Ich denke auch gar nicht an dich. Du mußt schlafen gehen. So bist du also in Sicherheit unter meinem Dache, Peter. Wer weiß, wie lange noch? Bald wirst du weiter müssen. Nun aber schlafe- und denk nicht an morgen. Gute Nacht." Er ging, Yorck die Hand drückend. Yorck ging durch die Verbindungstür in das ihm angewiesene Zimmer. Anna brachte ein leises ,, Gute Nacht" hervor, die ganze Mahlzeit über hatte sie geschwiegen. Yorck seufzte, entkleidete sich langsam, verriegelte die Tür und blies die Kerzen aus. Im Dunkel tastete er, sich erinnernd, noch nach der Pistole, entsicherte sie und legte sie auf einen Stuhl, den er ans Bett rückte. Yorck verbrachte die folgenden Tage auf dem Gut. Sein Zimmer verließ er kaum. Vor dem Fenster sitzend ließ er seinen Blick über die Seiten des aufgeschlagenen Buches hinweg den Wäldern am Horizont entgegenfliegen. Manchmal blieb Anna bei ihm, er vermochte kaum zu ihr zu sprechen, nur ihre Hand hielt er lange in der seinen. Den Ausblick aus dem Fenster kannte er von seiner Knabenzeit her, unter dem wechselnden Tageslicht
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