wiederholte sie. Ihre Augen füllten sich sogleich mit Tränen. Er entsann sich, daß er sie liebte und küßte sie.
„Es ist alles gut!“ sagte er und lauschte seiner Stimme nach, die viel zu laut klang.
„Alles!“ fuhr er fort und wandte sich ab. Langsam ging er an den Wänden hin.„Sie kamen rechtzeitig.“ Dabei fiel ihm ein, daß er nichts von seinen Gefährten wußte. Bisher war es ihm nicht in den Sinn gekom- men, nach ihrem Geschick zu fragen.„Und die an- deren?“ fragte er, innehaltend.„Was ist aus den anderen geworden?‘ Sie sah ihn an. Offenbar ver- stand sie ihn nicht.
„Darf ich bitten?“
„Was ist mit den anderen?“ fragte Yorck zu ihm hin- über.
Der Freiherr, im Begriffe sich niederzusetzen, sah auf. Er antwortete ausweichend, undeutlich. Yorck fühlte die Schmerzen in seinem Hals auf einmal sehr heftig. Die Atmosphäre über dem Tisch schien sich zu ver- dichten, trübe und drohend brannten die Kerzen. Der Leutnant lauschte den Worten des Freiherrn , die er nicht verstand, aber etwas hemmte ihn, seine Frage zu wiederholen. Mit ungläubigen Augen, in denen sich plötzliches Grauen regte, sah er den basilisken- haft gewordenen Blick des anderen. Die Gesichter seiner Gegenüber verzogen sich. Er mußte an ein Stück aus den„Serapionsbrüdern‘“ denken, wo ein Mensch plötzlich einem Fuchs und dann wieder einem Men- schen ähnlich sieht. Er legte die Stirn in die Hände.
Als er wieder aufschaute, war der Spuk vorbei. Er
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