neigung des Alten entgegen, der plötzlich zu lächeln begann, sich umwandte und ihm über die Schulter einen Wink gab. Reichmann folgte ihm ohne Zögern. Nach einer halben Stunde erreichten sie die ersten Hütten eines Dorfes. Heller Rauch stieg steil in die Luft, die erfüllt war von den Zwitscherlauten halbnackter Kinder. Neben einem kleinen Tempel kampften zwei weiße Hähne. Aus einer Schmiede kam unregelmäßiger scharfer Hammerschlag. Der Alte führte ihn in eine Hütte, vor der ein junger zeitunglesender Bursche im Staube hockte. Zwei ältere bebrillte Männer starrten auf Reichmann, hörten die Rede seines Begleiters an, lächelten und baten den Maler durch Zeichen, in den Nebenraum zu treten. Man wies ihm einen Sitz auf dem Boden an und stellte ein Tablett vor ihn hin, auf dem kleine Schalen mit Fleisch und Reis und heißem Wasser standen. Reichmann aß und wartete. Alle paar Minuten hob jemand den Türvorhang und ein höflich erstauntes Gesicht musterte den Fremden und verschwand.
Es mußte gegen fünf Uhr sein, als vor der Hütte aufgeregte Rufe laut wurden. Der Lärm eines Automobils näherte sich und verstummte. Gleich darauf trat ein junger Mann in europäischer Tracht ins Zimmer, in das ihm die beiden Bebrillten folgten. Er sprach den Maler in englischer Sprache an, und als dieser zögernd antwortete, nannte er lächelnd seinen Namen. Er hieß Feng und erbot sich, Reichmann zum ,, General" zu bringen, doch klang dies kaum wie ein Vorschlag, vielmehr wie ein höflicher, jeden Widerspruch ausschließender Befehl.
Während der Wagen über den staubigen, holpernden
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