Schreiner in Reih und Glied. Sausend wie Peitschenhiebe, sengend wie glühender Stahl durchfuhren ihn Furcht und das Verlangen, nach der Schaufel zu
greifen er blieb stehen.
-
,, Zuschaufeln!"
zweitenmal.
schrie der Truppführer
zum
Die acht Gefangenen rührten sich nicht. ,, Zuschaufeln!" schrien auch jetzt die SS - Männer und kamen näher.
Regungslos standen die Gefangenen und starrten in das Grab.
Der Schreiner inmitten seiner Kameraden hörte die Befehle nur noch wie hinter einem Schleier. Die Quelle in seinem Herzen war freigelegt. Mächtig und rein stieg Welle auf Welle hoch und erfüllte ihn mit unsagbarem Glück, tiefem Bewußtsein seiner Menschwerdung, seiner Kraft, seiner Zugehörigkeit zur großen Familie, dunkel brauste in ihm der Strom der Bruderschaft, der zerschlagene, zerprügelte Mensch erhob sich von der Erde, erweckt vom Beispiel der Solidarität seiner Brüder, und mit der unaussprechlichen Wonne, die das Wissen um die Gemeinschaft verleiht, trat er wieder ein in die Reihen der Kämpfenden.
Drei Minuten verharrten die Gefangenen in ihrer Stellung, obwohl die immer aufgeregtere Wachmannschaft, die kaum mehr wußte, wie sie sich angesichts solcher Entschlossenheit verhalten sollte, auf sie einbrüllte, die Karabiner von den Schultern riẞ und Miene machte, auf sie anzulegen.
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