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˜Eineœ Fuhre Holz / Wolfgang Langhoff ; Einband und Illustrationen: Georg McKing
Entstehung
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stände auf Gräbern. Auf den Gräbern der Gefange­nen von Esterwege.

Die Feldbahn hielt. Die SS - Männer sprangen vom Wagen und stellten sich an der Straßenseite auf. Der Truppführer kommandierte:

,, Absteigen und in zwei Gliedern antreten! Marsch, marsch!"

Langsam und ohne Hast stiegen die Gefangenen vom Wagen. Unbeirrt, ruhig, nur ihrer eigenen Stimme gehorchend, schritten sie so, wie es sich für eine Beerdigung geziemt, wie Trauernde zu gehen haben wie sie geschritten waren zu den Gräbern in der Freiheit, wie sie es in ihrer Kindheit gelernt hatten, wenn sie sich ehrfürchtig der großen, wei­ten, feierlichen Gegenwart eines Toten nähern mußten.

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,, Los, los, schneller!" brüllte der Truppführer, ohne den geringsten Eindruck zu machen auf die Gefangenen, die in diesem Augenblick allein und frei, mit stummer Aufmerksamkeit und in brüder­licher Eintracht ihre letzte Pflicht erfüllten.

Als sie in zwei Reihen aufgestellt waren, ließ der Truppführer abzählen.

,, Eins, zwei, drei, vier"

,, Halt! Nummer eins bis vier bleibt stehen alles andere rechts um, drei Schritte vorwärts, marsch!"

Vier Mann und die vier Mann dahinter blieben auf der Stelle, die anderen marschierten drei Schritte weiter.

Als sie solcher Art eingeteilt waren, pflanzte sich

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