mutig zurück. Noch nirgends sei es bis jetzt gelungen, sagte er, den Namen des Toten herauszubekommen. Nicht in der Wäscherei, nicht bei den Schuhmachern, nicht in der Schreibstube, nicht im Lazarett, nicht in der Materialausgabe, wo sich der Platzmeister die Stricke zum Herunterlassen des Sarges geholt hatte, nicht bei den Gärtnern nirgends.
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,, Vielleicht können die draußen im Moor etwas erreichen", meinte er betrübt ,,, bei uns scheint es ausgeschlossen."
Draußen pfiff der Aprilwind und drang schneidend durch die Holzwände der alten Arbeitsbaracke.
Zum Glück rückten die durchnäßten Moormannschaften schon um zwölf Uhr mittags ein, weil laut Lagerordnung am Samstagnachmittag nicht gearbeitet wurde. Diese freien Samstagnachmittage gehörten zu den schönsten Stunden im Lager, auf die sich die Gefangenen die ganze Woche freuten.
Knapp zehn Minuten nach ihrem Einrücken wuẞten alle Baracken, daß es auch draußen im Moor nicht geglückt war, die Identität des Ermordeten festzustellen. Er blieb geheimnisvoll und unbekannt. Seine stumme, anonyme Anwesenheit lastete immer schwerer auf den Gefangenen, und während des Mittagessens berieten sie neue Wege und Mittel, das Geheimnis doch noch zu lüften.
Mitten in das Essen hinein platzte die Nachricht, daß sich die Stubenältesten aller Baracken nach der Kommandantur begeben sollten. Die Gefangenen
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