Sie können niederreißen, was Jahre aufgebaut haben und aufbauen können.
Der Samstag, der jener Verzweiflungsnacht folgte, begann kalt, finster und naß. Früh um fünf Uhr zogen riesige Wolkenfetzen über den schwarzen Himmel, dessen ferne Ränder erst von der Dämmerung ergriffen waren und in fahlem, verschwommenem Fieberrot erglühten.
Das Torffeuer im eisernen Barackenofen war ausgebrannt, durch alle Ritzen drang der feuchte, kalte Morgenatem des Moores. Mit entblößtem Oberkörper stand der Schreiner im Waschraum und preßte seine dumpfe Stirn an die kühlen Fensterscheiben. Seine Augen durchbohrten das morgendliche Dunkel draußen, ohne etwas anderes erkennen zu können als die nassen, tropfenden Stacheldrahtschnüre der Lagerumzäunung.
Zerschlagen von seiner Ankunft, verwüstet von seinen Träumen, angewidert von der entsetzlichen, erschreckenden Bekanntschaft mit sich selbst, schnürte es ihm beim Morgentrunk die Kehle zu. Böse und stumm saß er neben seinen Kameraden, unfähig, ihre wohlgemeinten und aufmunternden Worte zu erwidern.
Es fiel ihm in seiner neuen Umgebung auf, daß viele Gefangene die Köpfe zusammensteckten und leise und heftig miteinander sprachen. Sofort, seinem eigenen inneren Zustand entsprechend, entstand in ihm der häßliche Verdacht der Cliquenwirtschaft, jenes unwürdigen Bruderkampfes der Leidensgenossen unter sich, jenes selbstzerfleischen
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