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˜Eineœ Fuhre Holz / Wolfgang Langhoff ; Einband und Illustrationen: Georg McKing
Entstehung
Seite
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Das Dach seiner Baracke, zum Greifen nahe, senkte sich noch tiefer auf ihn herab, wie ein Sarg­deckel, der sich auf seine Brust legte. Es riẞ ihn hoch. Mit der Kraft eines Erstickenden glaubte er, sich gegen das Dach stemmen zu müssen, er wollte mit seinen Armen den Deckel aufkippen, um die befreiende Nachtluft hereinzulassen.

Ein Schläfer sprach im Traum. Unverständliche, tiefe Laute.

Auf dem Dach aber lag der tote Kamerad und schaute durch die Sparren auf ihn herab. Und der Gequälte unter ihm stöhnte hinauf: Warum? Warum? Warum?

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Was haben wir getan?

Wer hat uns geheißen, die Obrigkeit nicht anzu­erkennen, die über uns gesetzt ist? Du und ich, konnten wir beide nicht essen, trinken, schlafen und in Freiheit leben? Warum haben wir nicht den Hut gezogen vor jedermann, der es uns anbefahl? Um was trägst du nun das Zeichen an deiner Stirne? Sag' nicht, für die andern! Die sind es nicht wert. Nein, toter Kamerad, ich weiß jetzt, daß sie es nicht wert sind. Höre, wenn du vom Dach steigst und mir heraushilfst aus dem Sarg, verspreche ich dir, es besser zu machen. An mir selbst will ich genug haben und mich nicht mehr bekümmern um die Sorgen der andern, ich werde die Versuchung von mir weisen, und die Versucher, wenn es sein muß, den Richtern überliefern. Denn ich weiß jetzt: das alles hat keinen Wert. Wert hat nur das Leben, das jeder für sich lebt...

Es war ihm, während er so zu dem Toten hinauf­

2 Eine Fuhre Holz

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