Druckschrift 
Sturz ins Dunkel / Hermann E. Riemer
Entstehung
Seite
103
Einzelbild herunterladen

hreib- miger

Wir ging varen On un- unser dieses schon 1 also Bte so n eine h nie- e. Am ı Tag

te die Ihre u ver- neiten ganz. zu den 'h nun hatte. erstüt-

ancher n half. ‚he ge-

Gegen Abend langten wir in einem Dorf bei Metz an, in Pelters, dem ehemaligen Peltre. Wir wurden auf einen Gutshof gebracht, in dem man einige Räume mit Gittern versehen und als Häftlingsunterkunft her- gerichtet hatte. Das Kommando befand sich noch auf der Arbeitsstelle, wir wurden vom Küchenchef und den beiden Häftlingsköchen empfangen. Zunächst er- hielten wir eine Schüssel Pellkartoffeln und Blau- kohl. Wir aßen mit Andacht, denn einmal hatten wir seit dem frühen Morgen nichts mehr genossen und außerdem war das Essen erheblich besser als in Natzweiler . Nachdem wir uns gewaschen hatten, nahmen wir eine Besichtigung unseres neuen Heimes vor. Die Räume waren eng und niedrig, der Schlaf- raum, ein ehemaliger Pferdestall, sah wenig ver- trauenerweckend aus. Dafür aber waren die Aufent- haltsräume recht sauber und einigermaßen wohnlich eingerichtet, wenn auch Bänke und Tische einen ziem- lich primitiven Eindruck machten. Alles in allem ge- nommen schienen wir aber keinen üblen Tausch ge- macht zu haben. Und wenn ich jetzt, nach so langer Frist, an die Monate zurückdenke, die wir in Pelters zubrachten, muß ich gestehen, daß es uns dort nicht allzuschlecht ergangen ist. Wir haben manchmal schwer schuften müssen, wir haben oft auch gehun- gert, aber unser Leben war eigentlich niemals be- droht und das bedeutete eine unvergleichliche Er- leichterung für uns. Ich gehe deshalb freudig an die Schilderung dieses Kapitels meines Konzentra- tionslagerlebens. Es enthält wenig trübe Stunden und gibt mir die Gelegenheit, dem Leser auch ein-

103