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Sturz ins Dunkel / Hermann E. Riemer
Entstehung
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auf dem Appellplatz stehen. Eine Stunde, zwei Stun­den und noch länger. Es wurde dunkel wir stan­den noch immer und unsere Füße wurden allmählich zu Eisklumpen. Endlich erschien der Kommandant und gab den Befehl, die Mäntel auszuziehen. Wir streiften sie also ab und packten sie vor uns hin. Die Kälte kroch in uns hoch und machte uns zittern der Kommandant lächelte befriedigt. Nachdem wir uns nun gründlich abgekühlt hatten, kam der Befehl: Jacken aus! Wir entledigten uns der Jacken und fro­ren weiter. Es waren immerhin 160 und ein eisiger Wind fegte über die Bergkuppe. Eine halbe Stunde später befahl man uns, auch die Hemden aus­zuziehen. Wir waren schon vollkommen willenlos, die Schutzlosigkeit, mit der wir der Kälte und dem Wind ausgesetzt waren, hatte bereits jeden Lebens­willen in uns abgetötet, überdies hätten wir doch nichts gegen diese Maßnahme ausrichten können. Es gab nie einen größeren Irrtum der SS gegenüber als die Hoffnung auf Einsicht, Gnade und Barmherzig­keit. Gegen Mitternacht, als der Herr Kommandant schlafen gehen wollte und sich genügend an unseren Qualen geweidet hatte, durften wir abrücken. Viel­leicht genügte ihm auch die Zahl der zur Strecke Gebrachten: Wir trugen vierundzwanzig Tote ins Kre­matorium, ein Teil büßte sein Leben in den darauf­folgenden Tagen durch Lungen- und Rippenfellent­zündung ein. Und damals hatte das Lager eine Be­legschaft von kaum tausend Mann.

Ich möchte dieses traurige Kapitel nicht schließen, ohne derer zu gedenken, die keine Häftlinge waren

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