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Sturz ins Dunkel / Hermann E. Riemer
Entstehung
Seite
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Tages hieß es nämlich, vierzig Russen vom Stein­bruchkommando hätten an einer weniger übersicht­lichen Stelle die Posten überrennen und erschlagen wollen, um ungehindert fliehen zu können. Man legte zuerst einmal fünf sogenannte Rädelsführer in Ketten und stellte sie acht Tage lang ohne Nahrung auf die Lagerstraße. Inzwischen begannen die Ver­höre, bei denen der Knüppel und der Pfahl die Haupt­rolle spielten. Das Ergebnis läßt sich leicht ausrech­nen: Die Gefolterten gestanden all das, was die SS zur Konstruktion einer Massenmeuterei brauchen konnte. Dabei war jedem, der die Situation im Stein­bruch kannte, klar, daß hier ein Ausbruchsversuch ab­solut aussichtslos war. Allein darauf kam es nicht an, sondern darauf, daß man nach Berlin wieder über eine Heldentat berichten und damit seine Unab­kömmlichkeit für den gefährlichen ,, Frontdienst" be­weisen konnte. Einer der fünf Rädelsführer starb, das heißt, er verhungerte, die anderen vier wurden er­hängt.

Die Methoden der Dezimierung wechselten aller­dings und ich will der SS gern das Zugeständnis machen, daß sie bei aller Geistesarmut darin wenig­stens erfindungsreich war. Wenn man Leute erhän­gen oder erschießen wollte, wurde dazu mindestens der Schein des Rechtes gebraucht; doch so konnte die Mordlust nicht befriedigt werden. Es ging ja auch anders. Zum Beispiel so: An einem sehr kalten und windigen Dezembertage war es wieder einem geglückt, seinen Peinigern zu entfliehen. Die Ar­beitskommandos rückten daraufhin ein und blieben

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