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Sturz ins Dunkel / Hermann E. Riemer
Entstehung
Seite
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klug war, wenngleich er sich durch rechtzeitiges Schweigen den Anschein geistiger Überlegenheit zu geben suchte. Dafür aber war er ein Zyniker be­sonderen Formates und ein Poseur lächerlichster Art. Er hatte zum Beispiel die Gründung einer Lager­kapelle erlaubt, die jeweils auf seinen Befehl musi­zieren durfte. So ließ er sich dann wenige Minuten vor einer Hinrichtung das Ave Maria und das Largo von Händel vorspielen er, in dessen Herzen weder ein Funken Religion noch Menschlichkeit lebte. Sein Egoismus war so grenzenlos wie sein Barbarentum. Er bewohnte in Rotau eine Villa, die wir nach seinem Geschmack einrichten mußten. Damals hatte ich noch keine Verbindung zur Bauleitung, und ich kann des­halb nicht sagen, welche Summen dafür verwendet wurden. Da aber alles auf das Kostbarste gemacht wurde, glaube ich, daß für die Renovierung ein Be­trag verschwendet worden ist, der zwei oder drei Ar­beiterfamilien ein schönes Eigenheim verschafft hätte.

Der Schatten dieses erbarmungslosen Komman­danten war der Schutzhaftlagerführer SS- Untersturm­führer Hermann Campe. Wir alten Sachsenhauser kannten ihn bereits, denn als Scharführer hatte er dort schon eine wenig rühmliche Rolle gespielt und tausende von Häftlingen auf den Bock, an den Pfahl und an den Galgen gebracht. Er war die verkörperte Heimtücke und sein Gehirn schien sich kaum mit an­deren Gedanken zu befassen als: wie kann ich den hereinlegen, wie bringe ich jenen in die SK? Wir waren deshalb wenig entzückt, als Hermann eines schönen Tages als Untersturmführer in Natzweiler

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