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Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich : Briefe der enthaupteten Lübecker Geistlichen und Berichte von Augenzeugen / zsgest. von Josef Schäfer
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tens, angefüllt mit der furchtbarsten Not und Angst, lassen die Nerven zum Zerreißen gespannt sein. Endlos dehnen sie sich, diese Minuten! Pastor Stellbrink macht noch einige Schritte durch die Zelle die letzten, die er aus freiem Willen tut. So ruhig er äußerlich auch erscheinen mag, im Innern erreicht die Erregung die Grenze. Worte werden stockend gesprochen, arme Worte, die das quälende Warten abkürzen sollen, Worte, hinter denen aber doch all' die Not der Sorgen steht. Dann bedankt sich Pastor Stellbrink für die Be­suche in der Zelle. Zuletzt: ,, Grüßen Sie meine Frau und die Kinder, sagen Sie ihnen meinen innigsten Dank für alle Liebe!" Es zuckt bei diesen Worten in seinem Gesicht- dies blasse zuckende Antlitz, in dem neben all' der Qual die Kraft des Herzens und der seligen Christenhoffnung steht.

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Die Hinrichtungen haben begonnen; jedesmal, wenn das Fallbeil dumpf aufschlägt, zucken wir

zusammen,

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Nun werden in der Nebenzelle Schritte laut. Pastor Lange wird abgeführt. Aufrecht geht er zwischen den Beamten die Augen geschlossen. ,, Du kannst durch des Todes Türen träumend führen und machst uns mit einmal frei!" Wieder schlägt das Fallbeil dumpf auf. Also ist Kaplan Lange erlöst!

Und jetzt-

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- ich muß in das Gesicht von Pastor Stellbrink schauen, auf den Hals

-

WO in den nächsten Minuten

7 Schäfer

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auf die Stelle

--!

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Nein!