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Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich : Briefe der enthaupteten Lübecker Geistlichen und Berichte von Augenzeugen / zsgest. von Josef Schäfer
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Zuerst möchte ich Ihnen allen ein herzliches ,, Ver­gelts Gott !" zurufen für Ihre treue und liebevolle Sorge auf meinem Wege zum Priestertum. Am Feste des heiligen Apostels und Märtyrers Jakobus ( 25. Juli), also heute in zwei Wochen, jährt sich zum dritten Male dieser größte Tag meines Lebens. O, wie danke ich Ihnen allen, daß Sie mir dazu verholfen haben. Ich denke an Sie alle, meine lieben Schwestern, an unsern lieben Dr. Schräder, an Karres, Kaufmann, Meurers, Groger, Gerke und schließlich an alle anderen Ungenannten und Un­bekannten! Allen innigsten Dank!

Nur zwei Jahre durfte ich im Weinberg des Herrn arbeiten, glückliche Zeit! Denn wer erkennt wohl die Freuden des Altares? Wer weiß um die vielen Freuden des verschwiegenen Beichtstuhles? Nur der Priester selbst. Wie vielen Menschen durfte ich helfen, ihnen wieder als Stellvertreter Christi das göttliche Leben geben! Unzählige meiner lieben Jungens durfte ich Helfer und Führer sein, und sie alle stehen gerade jetzt in unerschütter­licher Treue und Liebe zu Christus und Seiner heiligen Kirche. Ich durfte die Gottessaat aus­streuen, ein anderer wird ernten. Ja, es ist etwas Herrliches um Treue, Liebe, Glauben und Ver­trauen! Das Meßgewand, das der Bischof mir am 25. Juli 1940 umlegte, trug die rote Farbe! Sym­bolischer konnte es nicht sein!

Und nun lesen Sie einmal ganz langsam die Stelle 2. Tim. 4, 1-8! Das sollen meine Abschiedsworte

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