Dr. Schacht, der ehemalige Reichsbankpräsident, der langjährige Finanzier des Systems, bemüht sich, uns plausibel zu machen, daß er nie aufgehört habe, Hitler zu widersprechen und bessere Ratschläge zu geben...
Niedig und Niemöller bearbeiten den Sturmführer Stiller, den Verantwortlichen unseres Transportes, und wollen absolut wissen, wohin die Reise geht.
27. April
Nichts von Belang. Wir warten und erfahren von anderen, die mit unserem Transport gekommen sind: Rechtsanwalt Dr. Adolf Müller, München , Divisionspfarrer Dr. Hamm, Dr. Horst Hoepner, der Bruder des hingerichteten Generaloberst Hoepner, der Sohn Badoglios, der Sohn Hortys, ungarische Generäle. Niemöller und Niedig werden heftiger.
In der Nacht fahren wir dem Brenner zu. Schauerlich das ausgebrannte, einstmals einzig schöne Matrei auf der Brennerhöhe, in dem uns eine Panne festhält. Bleiches Mondlicht aus zerrissenem Nachtgewölk schläft auf den wenigen aufragenden Brandmauern. Aus den eingestürzten Kellergewölben dringt süßlicher Leichengeruch. Leuchtkugeln verglühen an den Hängen, und drunten irgendwo heulen die Sirenen.
28. April
Der Tag graut. Wir sind auf der Straße ins Pustertal . Der Weg biegt in ein Gehölz. Verstecktes Waldlager? Wir halten vor einem verschlossenen Tor. Was soll das? Man klopft. Niemand öffnet. Wir fahren weiter. Gegen Villa Basso( Niederdorf) und bleiben 10 Minuten Wegs vom Dorf entfernt seitwärts von der Landstraße liegen, stundenlang, vom Morgen bis zum Abend. Es regnet. Wir dösen und wandern, um uns zu wärmen, über die nassen Wege. Ein Unteroffizier der Wehrmacht redet uns an: ,, Ist es wahr? Ist Pastor Niemöller mit Euch hier?", Warum wollen Sie das wissen?" ,, Ich bin ein Glaubensgenosse von ihm von der Bekenntniskirche und kenne ihn. Wenn ich ihn doch sehen könnte!"-
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