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Leben auf Widerruf : Begegnungen und Beobachtungen im K. Z. Dachau 1941 - 1945 / Joseph Joos
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Als Priester fühlte er sich in diesem Lager der Schmerzen ganz

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und gar am Platze. Hier", meinte er ,,, können wir Prie­ster viel, viel mehr geistliches Brot brechen als draußen im Leben." In allem blieb er der priesterliche Mensch: im Beten, im Sprechen wie im Schweigen. Durch die Hilfe von Freunden erhält er endlich, im Dezember 1942, ein Bett im Revier. Zu spät! Sein Körper ist zermürbt, in der Ruhe bricht die Krankheit aus: Gelbsucht . Danach ein seltsam ansteigendes Fieber, das die letzten Kräfte aufzehrt. Ganz klar ,,, in geistiger Hochkonjunktur", wie er selbst sagt, verfaßt er am 18. Dezember sein geistiges Testament ein wunderbares Dokument, ein sel­ten schönes Zeugnis eines begnadeten Priesters, eines edlen Pa­trioten, eines erleuchteten wissenschaftlichen Lehrers. Wenn er hie und da aus der totalen Gottergebenheit zum Wunsch der Ge­nesung aufwachte, so mehr denen zuliebe, die sich seiner rüh­rend angenommen: Kühr und Heini, der sozialistische Pfleger, den sein Tod aufs tiefste ergreifen sollte. Am 28. Dezember 1942 hat Pater Régout seine herrliche Seele in Gottes Hand gelegt. ( Näheres über ihn berichtet sein holländischer Leidensgefährte von Dachau , P. van Gestel in den ,, Sint Jans Klokken", Nr. 1170).

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In P. Victor Dillard hat die Gestapo einen Mann von höch­Zukunft und ster Originalität, einen Sozial- Psychologen von einen Priester neuzeitlichen Stils vernichtet. In völlig erschöpftem Zustand kam er Ende November 1944 in Dachau an. Es war ge­lungen, ihn im Revier bei Heini unterzubringen. Als wir ihn be­grüßten, konnte er nur mühsam und kaum vernehmbar antwor­ten. Suire, der französische Arzt, tat das menschenmögliche, um ihn zu retten; zu spät. Der gute Dillard starb, von Freunden um­geben, im Januar 1945. Pierre Suire, französischer Häftlingsarzt, zeichnet in seinen Erinnerungen an Dachau ,, il fut un temps" ein lebensvolles Portrait des P. Dillard und gibt erschütternde Einzelheiten seiner letzten Lebenstage wieder.

Wer er war und welcher Art seine Lebensarbeit war, erfuhren wir erst nach seinem Tod. Damals wußten wir nur, daß er nach

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