an den Mißhandlungen der Kranken. An diesem einen Tage star- ben 74 Kameraden von 350 unserer Stube. Die Rückkehr zum Block erfolgte abends 8 Uhr, barfuß; viele waren ohne Kleider. Wir waren also 14 Stunden im Bad festgehalten ohne Speise und Trank. In den folgenden Tagen erhöhte sich die Zahl der Toten ganz er- heblich. Die Leichen, mit einem Erkennungszettel am Fuß, hat man je zu zehn aufgeschichtet im Waschraum und längs der Baracke. Von da ging’s zum Krematorium, nachdem Goldzähne und Plomben entfernt worden waren. Dieses Leben auf dem Block 30, insbeson-
dere auf Zimmer 3 und 4, dauerte an, bis die Alliierten kamen.
Auf Block 30 waren der Blockälteste, der Stubenälteste und die Torwächter stets mit Stöcken bewaffnet. Ohne die Rohheiten und mit etwas mehr Menschlichkeit wären sicher manche Kameraden noch am Leben.”
Diese Darstellung erschien Mitte Juni 1945, also noch unter dem frischen Eindruck der furchtbaren Erlebnisse, in der Zeitung„La Republique” in Dijon und ist verantwortlich gezeichnet von dem 31 Jahre alten Kriegsinvaliden Paul Ferrier, ebenfalls von D.jon. Seine Angaben sind bestätigt durch eine Reihe von Kameraden, die mit ihm auf diesem Unglücksblock waren, an der Spitze der Colonel Bonneau. Sie stimmen auch vollkommen überein mit dem, was uns der Capo der Desinfektion, dem dieser unter Quarantäne stehende Block 30 zugänglich war, in jenen Tagen berichtet hat.
Zermürbt und verstört angesichts der verheerenden Folgen von Unterlassungen verantwortlicher Stellen, brach auch er, der Retter von Hunderten von Häftlingen, vom Fieber ergriffen, zusammen. Ihm folgten nicht wenige aus seinem Arbeitskommando der Lager- Desinfektion.
In dieses Todes-Kommando hatte sich, freiwillig und der Gefahr bewußt, Edmond Michelet eingereiht. Er wollte ein Beson- deres für seine Kameraden tun. Nach wenigen Wochen war er soweit— Fleckfieber. Er ist einer der wenigen geblieben, wo ein
an diesem furchtbaren Fieber Erkrankter aus dem tagelangen
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