quent nur stehen, nicht sitzen, nicht ruhen konnte, und überließ das Opfer Tag und Nacht der unsagbaren Qual, um Geständnisse N zu erpressen.
Bach, der Henker von Dachau . Die seinem Spürsinn entgangen sind, zeugen heute wider ihn. Die Tatsache, daß Ende März und Sa anfangs April 1945 die SS in Dachau aus allen Häftlingsakten die Br
Aufzeichnungen erlittener Lagerstrafen entfernten und verbrann-
ten, wie überhaupt im letzten Augenblick alle Akten, vermag
W; ie* die Untat nicht ungeschehen zu machen. ın- B a zeitige j Im Sommer 1943 war erster Schutzhaft-Lagerführer Redwitz, der En!„Versoffene” genannt. Er war derb und rauh, und wenn er ange- ö In- trunken war, völlig unberechenbar. So kam er eines Tages wein- » E selig von der SS -Sonnwendfeier und torkelte etwas unsicher auf t; dem Appellplatz hin und her, gerade vor dem aufmarschierten 26er 4 Ä Block, dem der Geistlichen. Da kam ihm von ungefähr in den! ai i Sinn, die„Pfaffen” etwas über das Sonnwendfest zu examinieren.;
Er Gedacht, getan.„Du, Geistlicher Rat”, rief er einem der schlag- we fertigsten älteren Geistlichen zu,„weißt Du....” Da schoß ihm plötzlich der Zweifel durch den Kopf.„Bist Du überhaupt Geist- licher Rat?” frug er jetzt. Der Angeredete antwortete lächelnd:
„Ich gebe schon mal einen geistlichen Rat!”— Ob dieser Erwide-
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rung des Häftlings war der Angetrunkene zunächst sprachlos.
2 F Einen Augenblick schien er zu überlegen,‘welche Schelmerei hin- 5
Ei 2 ter dieser Antwort stecken könnte. Auf einmal verfinsterte sich j
rohe, seine Miene; sein Gesicht verzerrte sich zur Wut. Und nun brüllte| i ae er los:„Was, Du willst mir, dem Lagerführer, einen geistlichen
Rat geben, Du Strolch, Du. Dir werde ich’s geben... Der will mir einen geistlichen Rat geben....” Danebenstehende Häftlinge\ versuchten den Herrn Lagerführer dahin zu belehren, daß da ein| Mißverständnis obwaltete. Nichts da, er wollte absolut beleidigt sein und schrie und polterte weiter.„Dieser Strolch, will mir
einen geistlichen Rat geben..., da sind mir die Kommunisten den BE lieber.” Und er ging zu ihnen hinüber, grollend und fuchtelnd|© Dein 77 und schimpfend auf die„Pfaffen”.|
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