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Befreie mich, o Herr, von bösen Menschen.
Und von den Uebeltätern rette mich!
Wer gescheit war und nicht von Amts wegen mußte, tat gut daran, dem SS - Mann im Lager aus dem Weg zu gehen. Je höher, um so eher. Denn man konnte nie wissen. Im Augenblick scheinbar freundlich, fast leutselig, im nächsten Moment unvermittelt von unglaublicher Roheit.
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Wir werden an anderer Stelle dieser Schrift kenntlich machen, wie wir uns den Geisteszustand des in der Ideologie des Nationalsozialismus aufgekommenen kämpferischen Menschentyps erklären. Hier nur die Feststellung, daß uns in dem 100prozentigen SS- Mann der seelisch zerstörte Mensch begegnete: triebhaft, nihilistisch, wurzellos, haltlos, in sich unwahr und unberechenbar, den Einflüsterungen des Bösen anheim gegeben. Nur ein solcher Mensch konnte soweit abgetrieben werden vom geordneten Denken, nur ein solcher so abseits und jenseits von moralischem Bedenken handeln.
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Was trieb den fanatisierten SS- Mann es gab natürlich darunter auch laue und halbe eigentlich an? Neben dem unerbittlichen Befehl und der Furcht vor Strafe, der ungeordnete und ungezügelte Trieb. Ob recht, gut, vernünftig, anständig, blieb. völlig außer Betracht. Entscheidend war nur, was jeweils zweckmäßig, nützlich, möglich, ausführbar schien. Wir sagen: schien, denn für die tatsächliche Unterscheidung des Möglichen hatte die ganz und gar auf Suggestion eingestellte Propaganda Sinn und Organ weithin verwirrt und verdorben. Wurde diese Propaganda doch nicht müde, den von ihr Erfaßten unentwegt einzuhämmern, man könne selbst das Unmögliche möglich machen, ja, es gäbe überhaupt kein objektiv Unmögliches, sofern der Mensch nur
4 Joos, Leben
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