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Leben auf Widerruf : Begegnungen und Beobachtungen im K. Z. Dachau 1941 - 1945 / Joseph Joos
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mehr anzogen als eine ständige Arbeit. Das war der Grund, wa­rum ihn der Vater seines Mädchens abwies. Darum schoß er die­ses nach Verabredung tot und sich in die Schläfe. Was an Mensch danach übrig blieb, sang Couplets, machte den Narren und malte aus der Phantasie.

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Dagegen sahen und hörten wir Musiker von Ruf: einen War­schauer Musikprofessor und unentwegten Freund klassischer Musik, einen italienischen und einen bulgarischen Geigenkünstler, den holländischen Gymnasialprofessor und Cello- Virtuosen Nol­thenius, den Kammermusiker Wollheim von der Berliner Phil­harmonie. Für sie versorgte der kunstbegeisterte Lagercapo Wilhelm unter der Hand irgend eine Scheinbeschäftigung. Sie konnten ihre Instrumente kommen lassen und üben, und sogar, wenn und solange es erlaubt war, spielen. Ihnen verdanken wir die zeitweise gestattete, später geduldete, zuletzt nur mehr erschli­chene Kammermusik, geweihte Stunden, die uns Schmutz und Trostlosigkeit unserer unmittelbaren Umgebung und die Qual des Alltags fast völlig vergessen ließen.( Vgl. Anhang: Lager- Briefe.)

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