brauchen. Später hieß es„nur leichtere Arbeit”. Zwischenhinein ließ die SS -Ueberwachung die„Pfaffen” zwecks Abhärtung und Demütigung die schweren Eßkessel zu den Blöcken schleppen, eine Arbeit, die meist weit über normale Kräfte hinausging. Schließ- lich war die Anordnung diese: Die polnischen Geistlichen wurden behandelt wie alle anderen Häftlinge, d. h. sie wurden zu allen Arbeiten ohne jedwede Rücksicht herangeholt, ob sie konnten oder nicht. Die Masse der nichtpolnischen Geistlichen beschäf- tigte man in der Plantage, wobei es auch wohl anstrengende Ar- beitsarten gab. Eine Auslese von Geistlichen leistete Dienst in SS-Büros(Besoldungsstelle) und im Kripo -Kommando, einer kri- minal-psychologischen Forschungsarbeit, bei den Strumpfstopfern und in der Strohsackstopferei.
Wer von den Intellektuellen, nicht Geistlichen, es erfaßt hatte, gab kurzerhand einen anderen, einen praktischen Beruf an. Journalisten, Industrielle, Direktoren erschienen in den Berufs- listen als„kaufmännische Gehilfen”; Partei-, Gewerkschafts- und Genossenschaftssekretäre besannen sich auf ihre einstige Berufs- ausbildung; Volksschul- und Fortbildungsschullehrer trugen sich als Tischler oder Schlosser ein, weil sie von ungefähr etwas davon verstanden. Ein gesunder Instinkt sagte ihnen: Kommt es auf einen praktischen Arbeitsberuf an, gut, dann haben wir ihn eben! Generäle und Generalstäbler(Oesterreicher, Tschechen,
bei manuellen Hantierungen. So imponierte der französische Ar- meegeneral E., ein Baske, durch die selbstverständliche Art, in der er eine untergeordnete Arbeit verrichtete, in würdevoller Haltung, zur Beschämung derer— wenn sie dessen fähig gewesen
wären—, die ihn dazu zwangen.
Die Plantage, ein Bereich für sich, von ihrem offenbar einfluß- reichen SS -Verwalter Vogt etwas unabhängig gehalten von der eigentlichen Lagerführung und daher in steter Spannung mit die- ser, ein Arbeitsbereich relativer Menschlichkeit, in dem aus- gesuchte Häftlinge in den Schlüsselstellungen saßen, erwies sich
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