darum kreisen, wie der Habicht um die Beute. ,, Wenn wir jetzt ein ganzes Brot hätten..." ,, Einmal nur satt sein" und dergleichen. Solange hatte der baumstarke Waldarbeiter aus den Vogesen auf das Rot- Kreuz- Paket gewartet, solange sich erhitzt in der Vorstellung, was er mit den Herrlichkeiten alles anfangen würde, wenn sie kämen. Und als sie, die von Oel triefenden Sardinen, vor ihm ausgebreitet lagen, da übernahm er sich, und zwei Tage später schleifte man seine Leiche auf den Karren. 1941 blieb das Lebensmittelpaket noch ein Traum, und wer sich nicht bezwingen konnte oder wollte, geriet unweigerlich an die Abfallkiste. Von da gab es nur noch eins: Krematorium.
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O dieses ununterbrochene Nagen und Wühlen im Gedärm! Es macht den blind und gefühllos, der sich gehen läßt. Eben ist wieder einer geschnappt und abgestraft worden, der in der Nacht einem Kameraden Brot entwendet hat. Man hat ihn gesehen, wie er die Beute herunterwürgte. Nun ist er dem Bestohlenen freigegeben. Der stürzt sich wütend auf ihn und schlägt ihn zu Boden. Dann mit Fußtritten und Fäusten keuchend noch und noch, bis ihm die Kräfte versagen. Niemand nimmt Notiz davon, niemand interveniert, um den Mißhandelten zu schützen. Das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit verschwollen, schleppt er sich in seine Ecke. Nächstens wird er es wieder tun. Lieber ein einziges Mal satt gegessen und tot geschlagen, als immer Hunger leiden.
Da konnten die SS - Leute ,, filzen", soviel sie wollten. Wo andauernd gehungert wird, da wird gestohlen. Die SS - Ueberwachung führte überraschende Schläge gegen das„ Organisieren" von Lebensmitteln, Rohstoffen und Fertigwaren. Die Außenkommandos wurden beim Einmarsch ins Lager von Kopf bis zu Fuß gefilzt. Heute die, morgen jene. Der Erfolg lohnte selten die aufgewandte Mühe. Und sie brachten sie dennoch herein! Die von der Plantage ( die große Anlage von Heilkräuterpflanzungen), Garten- und Feldfrüchte, solange es sie gab: Radieschen, Schnittlauch, Porree, Zwiebeln, Rettiche, Salate und Suppenkräuter; sie strickelten auch wohl ein wildes Kaninchen im nahen Gehölz, oder fischten verbotener
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