IV. ö
Sind sie denn zwischen Menschen aufgerichtet, Chinesischen Mauern gleich, die Rassen und Nationen? Der Gegensatz der Klassen ohne Brücken?
Scheidung der Sprachen und Abgrund der Bildung? Freund, der in einer anderen Muttersprache Du geworden bist, wie kann ich mich Dir nähern?
Allzulange heimlich schon nannt’ ich Dich Freund!
Kenne des Wortes Schlüssel nicht, der Deine Seele öffnet. Wie aus dem Abgrund meiner verlorenen Inbrunst
trete ich frei in die große Lichtung
Deines erglänzenden Blicks? Wie, ohne zu erröten,
wie nach dem Jammer all der grausen Tage,
wie sag’ ich’s Dir, gesuchtes Menschenangesicht, daß ich zu am Ende tödlich dumpfer Menschheitsklage,[hoffen, zu hoffen wieder wage und zu glauben?
Und daß Du, Lächelnder, der Du in Deinen Lenden das Wissen trägst vom David Michelangelos,
daß Du der Augen heitre Wonne bist,
die schon im Schauen sich vollendet?
Wie überspringe ich mit einem Worte
die Klüfte, die der Menschheit abgrundtief gesetzt sind durch Nation und Rasse? Wie, in welcher Sprache gelange ich an Deines Innern Pforte?


