Jahrgang 
1894
Seite
527
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Nr 32. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 527

bei dem Relieffernrohr, welches Fig. 2 in zusammengeklapptem Zustande zeigt; hier können die beiden Schenkel a a, welche jetzt parallel nach unten gehen durch das Charnir b, soweit gedreht werden, dass sie wagrecht stehen. Hinter den beiden Schenkeln ist ein Griff befindlich, welcher dazu dient, das Fern- rohr mit der Hand vor die Augen zu halten. Die Figur selbst ist vielleicht auf den ersten Augenblick unverständlich, weil man glaubt, dass die Oeffnung des Objectivs unten sei. Es ist das aber nicht der Fall, sondern in den Hülsen a a befinden sich auf der abgewendeten Seite zwei Oeffnungen, sodass das Licht parallel den beiden Ocularen e c einfällt. Es wird durch ein Prisma bei a in die Höhe gespiegelt und oben durch weitere Prismen nach den Ocularen e hinüber geführt. Dieses Fernrohr ist ganz besonders für solche Zwecke zu benutzen, in denen es sich darum handelt, dass der Beobachter von gedecktem Standpunkte aus ein Terrain übersieht, ohne selbst gesehen zu werden. Man Kkann sich, wenn das Fernrohr aufgeklappt ist, wie wir es in der Fig. 3 sche- matisch darstellen, z. B. hinter einen Baum stellen, dann langen die beiden Enden des Fernrohres a u. a. zu beiden Seiten des Baumes binaus. b stellt das Charnir dar und c c die beiden Oculare, während d der Griff, an welchem das Fernrohr zu balten ist. Durch geringe Verschiebung von der Vertikalen können die beiden Oculare je nach dem Abstand der beiden Augen beliebig regulirt werden. Klappt man die beiden Fernrohre, wie dieses schematisch Fig. 4 zeigt, jedoch zusammen, sodass also der Griff entgegengesetzt wie in Fig. 2 steht, so kann man beispielsweise sich hinter einer Mauer verbergen und durch die beiden Oculare cec die Gegend betrachten, deren Bild durch die über die Mauer hinwegstehenden Objective a a erreicht wird. Es giebt diese Vorrichtung das Princip des Hemboltzschen Teleo-Stereoskops voll zur Geltung. Die Feldstecher werden in drei Grössen, vierfach, sechsfach und achtfach zu den Preisen von 120, 140 und 160 Mark hergestellt; die Relieffern- rohre für die Vergrösserungen sechsfach, achtfach und zehnfach zu den Preisen von 150, 180 und 210 Mark.

Personalien.

Die Cartonfabrik von Friedheim& Sohn in Berlin feiert mit Ablauf dieses Jahres ihr 25 jähriges Jubiläum. Wie uns auf unsere Erkundigungen mit- getheilt wurde ist die Fabrik Ende 1869 von Daniel Friedheim mit einem Compagnon gegründet und am 1. Januar 1870 in der Kochstrasse in Betrieb ge- setzt. Mit dem Jahre 1877 schied der Compagnon aus und an seine Stelle trat am 1. Januar 1878 unser Mitglied Herr Arthur Friedheim als Theilhaber ein. Beide leiteten das Geschäft unter der Firma Friedheim& Sohn gemeinsam, bis im Mai 1892 der Tod den Vater ereilte und der jetzige Inhaber die alleinige Leitung über- nahm. Die Fabrik beschäftigte im Anfang nur 10 Arbéiter, während heute das Per- sonal 200 Personen, darunter 24 im Comptoir, beträgt. Wir haben schon Gelegen- heit gehabt, in früheren Artikeln auf die Einrichtung der Fabrikation selbst hin- zuweisen, namentlich bei der s. Zt. so lebhaft betriebenen Reclame für den Jod- stärkekleister, von dessen Zwecklosigkeit ja wohl jeder einsichtige Fachmann überzeugt war, und verweisen deshalb unsere Leser auf die damaligen Artikel, in welchen ausführlich über die Herstellung der Cartons, die Reinigung der Roh- materialien etc. Mittheilung gemacht wurde. Einen Beweis dafür, wie hoch übrigens die Cartonfabrikation Deutschlands im Auslande dasteht, giebt wohl die Thatsache, dass die Firma schon zu der Zeit, in welcher die deutschen Carton- fabriken ein sehr geringes und beschränktes Absatzgebiet in England hatten, in London eine Filiale errichtete, welche von dem Herrn Arthur Friedheim und dessen Bruder unter der Firma Oscar Friedheim daselbst betrieben wird. Eine weitere Ausdehnung erfährt die Firma durch Errichtung eines Zweiggeschäftes in Oesterreich, in welcher bereits die betr. Maschinen montirt werden, sodass die Betriebseröffnung dieser Fabrik mit dem 25jähr. Bestehen der Berliner BoihNes er- fabrik zusammenfällt. Um ein ungefähres Bild der Thätigkeit zu geben, wol eu wir hier noch einige Daten anführen. Im Durchschnitt ist der tägliche Notsan t 30 Kisten fertiger Waaren, doch kommen auch oft an 100 Kisten zur Versendung;