Jahrgang 
1894
Seite
528
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528 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 52.

die höchste Versendung war 112 Kisten. Hierbei ist das Stadtgeschäft nicht mit einbegriffen. Es werden im Jahre ungefähr 3 ½ Millionen Kilo Rohstoff verarbeitet rund dazu 150 000 Kilo Stärke verwendet. Hieraus werden gegen 40 Millionen Cartonbogen hergestellt. Wir wünschen der Firma eine weitere stetige Aus- dehnung und ein Festhalten an dem bisherigen Princip der Solidität. denn nur dadurch, dass dieses Princip hochgehalten wird, Wird die deutsche Cartonfabri- Kation wie bisher in der Lage sein, ihr Ansehen im Auslande zu bewahren.

Unser Mitglied Herr Oswald Zimmer in Dresden

theilt uns mit, dass er sein neu erbautes Atelier dem Herrn Ernst Camm ann käuflich abgetreten hat und die Photographie nicht mehr praktisch betreibt. In- folgedessen tritt der Herr Zimmer mit den 1. Januar aus dem Deutschen Photo- graphen-Verein aus, dem er, wie auch dieser ihm, ein bleibendes Andenken bewahrt.

Herr Cammann ist bereits seit dem 1. Juli d. J. Mitglied des Deutschen

Photographen-Vereins geworden.

Unsere Kunstbeilagen.

Mit der heutigen Nummer geben wir unseren verehrten Lesern drei Beilagen aus dem bekannten Atelier unseres Mitgliedes Herrn Emanuel Mai, in Fa. Mai és Tarsa in Budapest. Herr Mai hatte bekanntlich auf der Wanderversammlung in Hildesheim ein Tableau mit sehr schönen Sachen ausgestellt, denen diese Blätter theilweise entnommen sind. Wir zogen vor, eins der Blätter in Helio- gravüre zu geben; es ist die Darstellung derheiligen Elisabeth, wie sie als ungarisches Königskind seiner Zeit als die für denheiligen Ludwig bestimmte Braut im zarten Alter nach der Wartburg gebracht wurde, eine Scene, die Jedem aus der Geschichte genugsam bekannt ist. Das Blatt zeigt alle Feinheiten, die man an eine Portraitstudie stellen kann und giebt auch den Charakter so klar wieder, dass es eigentlich nicht der Erklärung bedurft hätte, was das Bild vorstellen soll. Die beiden anderen Bilder, die wir in Autotypie darstellen, sind ein Paar Kinderbildchen genreartigen Charakters, welche ebenfalls zeigen, wie Herr Mai den Stoff, welcher sich ihm darbietet, zu beherrschen versteht. Es ist nur, um einen Ausdruck des Herrn Mai selbst zu gebrauchen, schade, dass den Photographen für wirkliche Studien so wenig Zeit zu Gebote steht, dass vielmehr die ganze Arbeitskraft und Thätigkeit eines Atelierbesitzers darin aufgehen muss, seine Kunden zu befriedigen und, wie es bei dem Geschäfte des Herrn Mai zum Glück der Fall ist, dem Andrang der bestellten Arbeiten gerecht zu werden. Wir verschmähen es, derartige Beilagen im Satze der Zeitung selbst zu reproduciren, weil es ja klar ist, dass die Autotypie, wenn sie nicht von der betr. autotypischen Anstalt selbst, oder auf einer speciell für IIlustrationsdruck bestimmten Presse ge- druckt wird, immer eine mangelhafte Ausführung zeigt, die nicht geeignet ist, ein gutes Bild zu liefern; vielmehr wollen wir darauf hinweisen, wie gerade der Druck in der vorliegenden Form durch das ausserordentliche feine Gitter des Rasters geeignet ist, den Charakter der Reproduction mehr und mehr verschwinden zu lassen und dafür das Bild einem Lichtdrucke bedeutend ähnlich zu machen. Wir können wohl sagen, dass die Firma Meisenbach, Riffarth& Co., aus deren Ateliers die drei Reproductionen stammen, auch hier wieder geleistet hat, was zu leisten möglich war. Indem wir noch zum Schluss dem Herrn Mai den besten Dank für das freundliche Ueberlassen seiner Bilder aussprechen, dürfen wir die weitere Kritik über den Kunstwerth der Bilder unseren Lesern gern selbst über- la ssen, ohne befürchten zu dürfen, ein schlechtes Urtheil herbeizurufen.

Eingegangen bei der Redaction: E. Merck, Chemische Fabrik in Darmstadt: Preisliste über photographische Chemikalien.

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