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Nr. 52. Deutsche Photographen-Zeitung 1894.
in Mengen zusammengeor natürlich sieht das
machen muss, was hier eigentlich geleistet ist. Und dabei kann man sagen: bei ihm missräth nie etwas! Er kann mit den wunderlichsten Elementen operiren, mit Dingen, bei denen man gar nicht auf die Idee kommen würde dass ihnen eine decorative Wirkung abzugewinnen ware: ihm fügen sie sich gehorsam in ein wirksames Ensemble ein. Immer ist natürlicher Fluss darin nirgends etwas Gezwungenes; und dabei ist die natürliche Erscheinungsform nie missachtet oder misshandelt, sondern bei dem feinsten Raumgefüh! in der Vertheilung ist der eigenthümliche Eindruck jedes benutzten Formelementes aufs Treueste gewahrt. Das Merkwürdigste tritt vielleicht durch die Vergleichung mit Gegebenem hervor. Wir haben ja einen geschichtlichen Stil, in dem Aehn- liches durchgeführt ist, der auf der Grundlage beruht, dass alles Mögliche und Unmögliche durcheinander gewürfelt wird, um einen solchen decorativen Aufbau zu Stande zu bringen. Das sind die aus der antiken Innendecoration stammenden sogenannten Grottesken, die dann in der Renaissance-Kunst eine glänzende Auferstehung feierten. Aber das ist doch ganz anderer Art. Da- sind die zusammengebauten Sachen in ganz willkürlicher Grösse und ohne den grundsätzlichen Respect vor allen zufälligen Détails ihrer wirklichen Erscheinung verwendet, sodass, wenn die Form in ihrer natürlichen Eigen- art nicht recht traitable war, der Künstler keinen Abstand nahm und zu nehmen brauchte, durch beliebige„Stilisirung“ etwas Brauchbares mehr oder weniger willkürlich aus ihr zu machen. Er geht z. B. von der Aufgabe, eine Pfeilerfläche zu schmücken, aus. Diese Fläche umgiebt er mit einem Rahmen- werk; dann lässt er in der Mitte einen Stengel emporwachsen, der sich in Zweige theilt; und die tragen nun alle möglichen Sachen oder wachsen sich in die überraschendsten Formen aus. Unser photographischer Künstler hat dagegen immer strengstens mit den Sachen, wie sie da sind, zu rechnen, mit
dnet treten sie vor uns auf; und so einfach und
Form und Grösse, wie die Natur sie eben liefert, und er hat sich mit seiner
Composition unverbrüchlich den eigenartigen Entwickelungs- und Wachsthums- Gesetzen seiner Gegenstände unterzuordnen und anzupassen. Das so vermocht zu haben, wie wir es hier verwirklicht sehen, ist meines Erachtens eine der grossartigsten Leistungen, die wir bis jetzt überbhaupt von der künstlerischen Photographie gesehen haben. Ich meine sogar— so befremdlich das auf den ersten Anschein klingen mag—, sie geht an Schwierigkeit hinaus über das Feinste, was wir von figürlichen Compositionen geliefert bekommen haben. ßei diesen handelt es sich immer viel mehr um einen einzelnen glücklichen Wurf, und in diesem meist um eine von langer Hand vorbereitete Leistung. Was da entsteht, ist ja gewiss oft im höchsten Grade bewundernswerth; aber es ist doch auch eine sehr zu würdigende Steigerung der Schwierigkeit und der Leistung, wenn, wie wir es hier vor uns vollbracht sehen, die Compositionen hundertweise nur so aus dem Aermel geschüttelt werden, und in dieser un-— glaublichen Gleichmässigkeit der Vollendung! Wie lange ist da wohl überlegt und arrangirt, verworfen und verändert worden, bis es gelang, eine so ver- blüſfende Gesammtleistung von diesem Umfange vorzulegen! Und es ist that- sächlich in der ganzen Sammlung kein Stück, das man berechtigter Weise
ernstlich anfechten könnte!(Fortsetzung folgt.)
Eingegangene Neuheiten.
Die Firma Carl Zeiss in Jena, welche schon durch die Einführung der Anastigmate sich um die Photographie so ausserordentliche Verdienste er- worben hat, ist, wie unsere Leser wissen, auch auf anderen Gebieten der Optik überaus thätig. So ist wohl Jedem bekannt, dass diese Firma in dem Rufe steht, die vorzüglichsten Mikroskope für alle möglichen Bedürfnisse und darunter auch für Photographie anzufertigen. Neuerdings hat die Firma Carl Zeiss auch noch ihr Augenmerk auf Herrichtung von besonders construirten Fernrohren gerichtet, welche durch deutsches Reichspatent und auch in den meisten anderen Staaten geschützt sind. Diese Doppelfernrohre sollen für den Handgebrauch sein und werden in zwei besonderen Typen hergerichtet: der
aus, dass man sich erst darauf besinnen und sich deutlich


