518 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 51.
mit Bedauern bemerken, dass von dem grössten Amateurvereine, dem Camera- Club in Wien, ein Mitgliederverzeichniss im Kalender nicht aufgenommen ist. Das uns von dort zur Verfügung gestellte Mitgliederverzeichniss gab weder bei den Wiener Mitgliedern die Wohnung an, noch bei den ausserhalb Wiens wohnenden Mitgliedern auch nur die Stadt, sodass die Liste lediglich eine Aufzählung von Namen brachte, und somit ein Interesse für Diejenigen, welche den Kalender benutzen, niebt vorlag. Unsrem Wunsch, die Mitgliederliste voll- ständig zu erhalten, wurde von Seiten der Schriftleitung aus dem Grunde nicht gewillfahrt, weil die Mitglieder des Clubs sich sonst darüber beschweren würden, dass sie so viel Sendungen an Prospecten u. dergl. erhielten, was auf diese Weise allerdings durchaus vermieden wird. Wir glauben aber, dass es wohl ebenso im luteresse der Mitglieder selbst liegt, als wie der Firmen, welche Prospecte und Preisverzeichnisse versenden, ihre Adresse vollständig mitgetheilt zu sehen, denn es liegt ja in eines Jeden freien Willen, auf Zu- sendungen zu antworten oder sie unberücksichtigt zu lassen.— Die Ueber- sicht über die photographischen Vereine ist ganz bedeutend dadurch erleich- tert, dass wir in diesem Kalender genau die Eintheilung nach der geographi- schen Lage durchgeführt haben und zwar sowohl in Bezug auf die Vereine als auch auf die Zeitschriften. Speciell gilt das von den Vereinen des Auslandes welche streng alphabetisch nach Ländern und Städten geordnet sind, sodass das Auffinden überaus erleichtert wird.— Eine ausführliche Besprechung der statistischen Zusammenstellung zieht auch die Congressbestrebungen mit in ihren Gesichtskreis. Wir hoffen hierdurch nutzbringende Anregungen gegeben zu haben, welche nach unserer Ansicht auch neue Gesichtspunkte zeigen. Mag der Deutsche Photographen-Kalender, welcher nunmehr zum 14ten Male erscheint,
Fragekasten der Deutschen Photographen-Zeitung.
Die Leser der Deutschen Photographen-Zeitung erhalten im„Fragekasten“ unentgeltlich Auskunft; für brieflich ge- wünschte Beantwortungen sind der Anfrage 60 Pfg. in Marken beizufügen.
I. Technische Auskunfts-Abtheilung.
Alle Anfragen sind an Herrn K. Schwier in Weimar zu richten. Antworten.
Zu Frage 1147) Abhilfe liesse sich dadurch schaffen, dass man die Chlorirungslösung und die Silberlösung getrennt aufbewahrt und erst im Augenblicke des Gebrauchs mischt. Ich kenne das Recept von Vollenbruch nicht. weiss daher nicht, ob auch der Silberlösung ein Theil des Kollodions beigefügt ist, Sollte dies nach dem Recept der Fall sein, so schadet das nichts, das Silberkollodion trübt sich zwar etwas, doch leidet seine Gebrauchsfähigkeit nicht darunter. Andernfalls, wenn die Silberlösung nicht einen Theil des Kollodions enthält, wäre es am zweckmässigsten, sich die alkoholische Silberlösung erst unmittelbar vor Gebrauch her- zustellen. Carbolsäure oder Salicylsäure als Präservativ hätte gar keinen Zweck, da in einer Kollodionemulsion keinerlei Substanzen enthalten sind, die faulen könnten, deren Fäulniss also durch Carbol- oder Salicylsäure verhindert werden sollte. Die betreffenden Säuren würden bloss die Empfindlichkeit der Präparate beeinträchtigen. Ich habe dagegen mit Kalium- nitrat als Präservativ bei Albumin- und Arrowrootpapier gute Resultate erzielt, dasselbe wirkt ausserdem günstig auf die Empfindlichkeit. Kaliumnitrat ist aber, soviel mir wenigstens bekannt, bis jetzt noch nicht als Präservativ für Chlorsilber-Kollodion angewendet worden. Vielleicht Wirkt es auch hierbei besser als die Citronensäure. Im Uebrigen ist es für flüssige Emulsionen, gleichviel welcher Art, am besten, zu vermeiden, dieselben längere Zeit bis zur Aufarbeitung aufbewahren zu müssen; man stelle sich lieber öfter kleinere Mengen, oder wie oben erwähnt, nur stets so viel her, wie man gerade aufarbeiten kann. Paul Fried-Leipazig.
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