Jahrgang 
1894
Seite
519
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Nr. 52. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 519

An unsere Leser!

Wenn wir mit dieser Nummer als der letzten des Jahres unseren werthen Lesern einen herzlichsten Neujahrsgruss

zurufen, so wollen wir ausdrücklich bemerken, dass sich dieser Wunsch auf jeden unserer Leser, möge er mit uns befreundef sein oder nicht, erstrecken soll. Das Scheiden eines Jahres giebt immer Gelegenheit über Dieses oder Jenes nachzudenken, wozu im Laufe des Jahres oft wenig Zeit übrig bleibt. Sie stimmt den Menschen versöhnlicher und ruft den Wunsch wach, wenigstens, wenn es nicht länger sein kann, auf einen Augenblick Streit und Zwist ruhen zu lassen. Aber nicht nur einen freundlichen Wunsch für das kommende Jahr sprechen wir aus, sondern auch einen Dank dafür, dass unsere Leser uns im vergangenen Jahre treu geblieben sind. Auch hier soll sich der Dank nicht nur auf die, welche uns mit Rath und That direct unterstützten, erstrecken, sondern auch auf Diejenigen, welche uns durch Wort und Schrift angegriffen haben. Denn nur durch der Meinungen Streit kommt die Wahrheit hervor!

Dann aber wollen wir auch mit dieser Nummer Abschied nehmen von den- jenigen Lesern, welche im nächsten Jahre die Deutsche Photographen-Zeitung nicht weiter lesen, sei es, dass sie mit ihrer Lectüre wechseln wollen, sei es, dass sie einen anderen Beruf ergriffen, in welchem nicht mehr wünschen. Wir wollen auch Abschied nehmen, von denjenigen Mit- gliedern des Deutschen Photographen-Vereins und es sind ihrer ja zu jedem Jahresanfang eine mehr oder minder grosse Zahl, welche mit Ablauf des Jahres aufhören, Mitglieder des Vereins zu sein, mögen sie wegen Aufgabe des Geschäftes oder aus anderen Umständen ihre Mitgliedschaft aufgeben. Wir bitten sie, dass sie dem Deutschen Photographen-Verein stets ein treues Andenken bewahren wollen und dass sie stets die Ueberzeugung haben mögen, dass die Leitung des Vereins, wenn sie auch vielleicht hier oder da nicht das Richtige getroffen hat, doch stets von der besten Absicht beseelt gewesen ist.

Ein Bedürfniss ist uns aber hierbei, unserer Freude Ausdruck zu geben, dass der Deutsche Photographen-Verein, der ja in Bezug auf seine Mitgliederzahl zur Zeit der grösste Photographen-Verein ist, weleher überhaupt existirt, ständig noch neue Mitglieder erhält. Eine Vermehrung der Mitgliederzahl bei Localvereinen ist ja immer leichter dadurch zu erklären, dass die Mitglieder im Orte in den Vereinigungen häufiger Gelegenheit haben, sich zu treffen und Meinungsaustausch zu veranlassen. Doch stehen auch die Mitglieder des Deutschen Photographen-

Vereins, sofern es ihnen möglich ist, auch nur dann und wann eine Wander-

versammlung besuchen zu können, hier nicht im Nachtheile, denn Jeder, welcher einmal eine solche Versammlung besucht hat, wird bezeugen können, dass die ihm dort gewordenen Anregungen und Erfahrungen von bedeutendem Nutzen waren. Wir haben erst jüngst wieder von hervorragenden Fachgenossen, welche in Frank- furt a. M. zum ersten Male eine solche Wanderversammlung besuchten, diesen Ausspruch gehört. Wir haben auch für das neue Jahr im Bezug auf den Inhalt der Zeitung wieder weitgehende Verbesserungen in Aussicht genommen. Die Verbesserungen bestehen theilweise in dem Hinzufügen gewisser Beilagen, über welche wir uns in einer der ersten Nummern des kommenden Jahres näher auslassen werden, sowie auch in der Anwerbung neuer, gediegener Mitarbeiter, die zum Theile ihre ganze Arbeitskraft der Deutschen Photographen-Zeitung ausschliesslich widmen wollen. Es wird, das können wir unsern Lesern versprechen, die Zeitung in jeder Beziehung dem Einzelnen etwas bieten, mögen die Ansprüche der ver- schiedenen Leser auch noch so verschieden sein. Mit dem Wunsche, dass das neue Jahr namentlich auch in geschäftlicher Beziehung für den Photographen ein fruchtbringenderes sein mõöge, als das ver- flossene vielfach gewesen ist, schliessen wir diese letzte Jahresnummer. Weimar, den 24. December 1894. Redaction und Verlag der Deutschen Photographen-Zeitung. K. Schwier.

sie eine photographische Zeitung