Jahrgang 
1894
Seite
513
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Nr. 51. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 513

nach Gefallen, es ist dabei jedes Wort historisch und

Das bekräftigenden Act verbürgt, und die alles

enstücke liegen hier beim Gericht. Dein Kr. ſ(Schluss folgt.)

Ueberschauender Bericht über die Frankfurter Ausstellung,

nach dem am 25. Aug. 1894 am Schlusse der Wanderversammlung in Frankfurt a. M. gehaltenen Vortrage. Von Bruno Meyer.

(Fortsetzung.)

Ausserdem ist die Landschaft nur mit überwie ender Ric g Seestück vertreten; so durch Willy Wileke in Hamkarn den Pnunabut 43 Mais Stiſſun. Auch hier excoellirt er durch Lichtblicke auf der See, und manche

sind wirklich wundervoll. Wie vorsichtig man oft sein muss, will man nicht ganz unrichtige Wirkungen bekommen, das zeigt auf einem dieser Blätter der gespenstische Junge am Meeresstrande, der einfach von dem ihn umspielen- den Lichte aufgezehrt st. Entzückend ist ein rundes Mondscheinbildchen. Ich habe für diese Spielerei im Allgemeinen keine übergrosse Sympathie, und möchte sie nicht gerade zur Pflege empfehlen. Aber wenn es so meisterlich gemacht ist und sich so anmuthig im engsten Rahmen darstellt, dann lässt man es sich gerne einmal gefallen, weil es wirklich so aussieht, als wenn es gar nicht bloss künstlich gemacht wàre. Auch einige gut beobachtete Augen- blicksbilder finden wir; so ein Mädchen, das sich an seinem Fusse zu schaffen macht. Endlich hat Wilcke auch 7 Cabinet-Studien nach einer und derselben wohl der Theaterwelt angehörigen Dame ausgestellt, die nicht ohne Ge- schick, besonders im Costümlichen, behandelt sind. Ich glaube aber aus diesen Bildern entnehmen zu können, dass er solche Sachen nur alsdie milchende Kuh, die ihn mit Butter versorgt, betrachtet, während er mit dem vollen Herzen bei seinen landschaftlichen Arbeiten ist.

Aehnlich ist es mit C. E. Mögle in Rotterdam. Im Glanze der Licht- wirkungen steht er Wilcke vielleicht nach; in der Mannichfaltigkeit der Vor- würfe übertrifft er ihn, nicht minder auch in der ganz gleichmässigen Meister- schaft der Technik, die bei Wilcke gelegentlich nicht frei von Flauheiten ist. Seine eigentlichen Seestücke sind fast durchweg vorzüglich. Zwei Rauhfrostbilder bringen das zierliche Phänomen recht gut zur Geltung. Höchst malerisch ist die Windmühle. Eine Schafgruppe und ein Pferd mit Kühen auf der Weide sind höchst geschickte Thierstücke; die Strandhütten ein sehr gutes Augen- blicksbild. Hier ist er überall in seinem richtigen Elemente. Dagegen bei den Portraits, die hier mit grösserem Anspruch als bei Wilcke auftreten, ver- lässt den Aussteller nicht selten sein guter Genius. Seine Dame Photographie ist so unerquicklich, wie nur eine Allegorie sein kann. Und wann wird man endlich aufhören, gerade der Photographie einen optischen Widersinn als Attribut beizugeben! Schade um das anmuthig schöne Modell! Recht verun- glückt ist auch jene Dame mit Blumen in der Hand, vom Rücken gesehen, mit einer Stuhllehne im Kreuz, deren Druck sie mit der Linken zu mildern scheint. Besondere Qualitäten, die diesen beiden Anstössen die Wage halten könnten, habe ich unter den übrigen Blättern leider nicht bemerkt. Sollte es so gar schwierig sein, das Gefühl für das malerisch Schickliche auch auf das Bildniss- fach passend anzuwenden?!

Hier finden dann wohl ihre passendste Stelle die Manöverbilder von Albin Meiche zu Annaberg in Sachsen, Erinnerungen aus den Manövern im oberen Erzgebirge 1893. Sie sind in leidlichem Maassstabe technisch sehr gut aufgenommen; und die Wahl der Momente zeugt von sachlichem und künst- lerischem Verständniss.

Auch Louis Koch in Bremen gebört hierher, der drei Aufnahmen von Dampfern in voller Fahrt, vom entgegenfahrenden Dampfer gesehen, ausgestellt hat. Die nicht kleinen Bilder lassen an Schärfe nichts zu wünschen übrig und ermangeln selbst nicht der bildmässigen Wirkung. Eine vortreffliche Innenaufnahme unter recht ungünstigen Beleuchtungs-Verhältnissen ist der Salon derNajade. In einigen anderen Intérieurs hat Koch wieder seine Geschicklich-