Jahrgang 
1894
Seite
501
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Nr. 50. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 501 Beispielen selber zugestanden, dass ganz dem ents rechend

.. 8 4 O 3 A meine Anfrage bei der Zollbehörde zur Antwort erhalleu habe die zan-

behörde beim Verderben dieser Platten zum Ersatz verpflichtet ist.

Es folgen nun einige Mittheilungen über Eingänge u. dgl.

Herr Alpers in Hannover hat brieflich eine Frage gestellt*). Herr Alpers schreibt, dass er durch einen Händler photographischer Artikel abziehbare Platten aus London bezogen habe. Der betr. Händler habe die Platten auch riehtig bestellt; jede Aufnahme hat Herr Alpers 2 bis 3 mal gemacht bei un- gefähr sechsstündiger Exposition. Wie er die Platten aber abziehen will zeigt sich, dass keine einzige abziehbar ist. Herr Alpers fragt wegen Schadener- satzes. Nach Ansicht des Vorsitzenden kann er nur Depjenigen verantwort- lich machen, der ihm die Platten geliefert hat, und dieser erst kann wieder seine Ansprüche an den Lieferanten oder Fabrikanten stellen. Es erscheint wichtig,

dass weitere Kreise darauf aufmerksam gemacht werden, wie solche Sachen

behandelt werden müssen.(Fortsetzung folgt.)

Ueberschauender Bericht über die Frankfurter Ausstellung,

nach dem am 25. August 1894 am Schlusse der Wanderversammlung in Frankfurt am Main gehaltenen Vortrage.

Von Bruno Meyer. (Fortsetzung.)

Die Arbeiten von W. Klementz namentlich zeugen von feinem künst- lerisehen Takt und dem Bestreben, auch in technischer Beziehung selbst ernsten Ansprüchen gerecht zu werden. Selbst die Vergrösserungen auf ungefähr das Vierfache zeigen schon eine anerkennenswerthe Gewandt- heit, wiewohl sie noch weicher in den Mitteltönen werden müssten. Die weniger zahlreichen Arbeiten von Dr. Müller in Rödelbeim lassen kein so sicheres Urtheil über seine Eigenart zu; doch nimmt das Vorgeführte durch die geschickte bildmässige Begrenzung für sich ein. Die gleichfalls recht tüchtigen Arbeiten des Majors Kade in Aschaffenburg leiden nur an einer gewissen Nüchternheit. Es beginnt sich in der Photographie auch bereits die reineVedute gegenüber dem Landschaftsbilde herauszubilden. Die in Rede stehenden Blätter nähern sich mehr dem ersteren Charakter als dem letzteren. Der einzig in der Wettbewerbung übrig gebliebene Dr. C. Jäger in Offenbach a. M. ist wohl nicht gerade der Bedeutendste der in ihr Aufgetretenen. Seine Bilder sind von dem kleinsten zugelassenen Maassstabe und nicht von grosser Mannicbhfaltigkeit der Vorwürfe: sind sie doch auch alle an einer Stelle gesammelt, wie schon das Kennwort angiebt: aus dem Prättigau. Die Entwickelung ist zum Theil von einem Fachphoto- grapben in Davos besorgt, die Copieen aber von dem Aussteller selbst auf direct copirendem Platinpapier angefertigt. Die angegebene Beihilfe beein- trächtigt kaum das selbststäpdige Verdienst des Ausstellers und stellt keines- falls seine Concurrenzfähigkeit in Frage. Die Aufnahmen sind mit grosser Feinfühligkeit gemacht und zeigen, dass ihr Urheber recht wohl weiss, worauf es ankommt. So sind die Blättcehen von entschieden malerischer Wirkung. Mit dem Gesammt-Ergebnisse dieser Concurrenz(wenn sie auch als solche eigentlich gar nicht zu Stande gekommen ist) dürfen wir daher ganz zu- frieden sein.....

Geradezu glänzend aber hat sich die Mai-Stiftung entwickelt, die diesmal unter den Wettbewerben ja auch die Ehre der künstlerischen Photographie im strengsten Wortverstande zu retten hat. Ibr Preis ist der grosse silberne Pocal, den Sie Alle bereits in der Ausstellung gesehen haben. Die Aus- schreibung bezieht sich auf Landschafts- oder Architektur-Aufnahmen, deren 6 verschiedene in Cabinet-Format, auf Platinpapier gedruckt, einzusenden sind. Das Hauptgewicht soll auf poetische Auffassung und malerische Wirkung ge- legt werden. Die 9 Gruppen von Bewerbungsarbeiten bilden unstreitig einen Glanzpunkt der Ausstellung; und ich kann mich nicht entsinnen, eine annähernd

*) Vgl. die inzwischen erfolgte ausführliche Veröffentlichung, D. Ph.-Ztg. Nr. 46,§. 453.